Durchfall
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Durchfall und Bauchschmerzen sind übel. Das Bakterium Clostridium difficile kann sogar lebensbedrohliche Symptome verursachen.

Gute Fäkal-Mikroben

Kot-Kapseln können Darmentzündungen heilen 

Die heilende Kraft von Fäkalien bei schweren Darm-Entzündungen ist bekannt. Wissenschaftler haben jetzt eine neue Therapieform erprobt, die eine sogenannte Stuhl-Transplantation ersetzten kann.  

Antibiotika sind nützlich, sie töten krankmachende Bakterien und Keime. Doch bei einer längeren Einnahme von Antibiotika kann sich die Darmflora verändern. Im schlimmsten Fall besiedelt dann ein Bakterium den Darm: das Clostridium difficile. Die Clostriden scheiden Giftstoffe aus, die schwere Durchfälle, Übelkeit, Bauchschmerzen und auch Fieber verursachen können. Oft sogar lebensbedrohlich.

Die hochansteckenden Keime werden über den Stuhl ausgeschieden. Eine Ansteckung erfolgt meist von Mensch zu Mensch über eine Schmierinfektion. Es wird aber nicht jeder krank. Besonders gefährdet sind Menschen mit einem schwachen Immunsystem.

Patienten, die immer wieder an einer schweren Infektion mit dem Clostridium difficile leiden, konnte bislang mit einer sogenannten Fecal microbiota Transplantation, zu deutsch Stuhl-Transplantation, geholfen werden. Dabei wurde den Kranken Fäkal-Mikroben eine gesunde Darmflora mit einem Schlauch in den Darm eingeführt.

Diese Therapie ist sehr aufwändig und birgt auch ein Infektions-Risiko. Doch Wissenschaftler vom Massachusetts General Hospital haben nun eine einfachere Methode untersucht.  

Dafür werden Kapseln mit den Exkrementen von gesunden Spendern gefüllt und bei minus 80 Grad tiefgefroren. Im Rahmen der Studie schluckten Patienten im Alter zwischen 11 und 89 Jahren an zwei aufeinanderfolgenden Tagen 15 Kapseln. Danach wurden sie sechs Monate lang auf ihre Symptome und eventuell auftretende Nebenwirkungen beobachtet. 

Das Ergebnis der Studie haben die Forscher nun im US-Fachmagazin The Journal of the American Medical Association (Jama) veröffentlicht.

Demnach schlug die Behandlung mit den gefrorenen Kapseln bei den Patienten überwiegend gut an. Größer angelegte Studien sind nun notwendig, um die neue Methode abschließend auf ihre Sicherheit und Wirksamkeit hin zu überprüfen.

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ml

Martina Lippl

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E-Mail:martina.lippl@merkur.de

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