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In vier von 19 getesteten Babytees hat "Wiso" krebserregende Stoffe nachgewiesen.

"Wiso"-Recherchen

Krebserregende Stoffe in Bio-Babytees 

Wiesbaden - In vier von 19 Babytees hat das ZDF-Verbrauchermagazin "Wiso" krebserregende Pflanzengifte nachgewiesen. Das Erschreckende: Alle vier sind Bio-Produkte.

Das ZDF-Verbrauchermagazin "Wiso" (Sendung vom 3. November) hat Babytees getestet - mit einem erschreckenden Ergebnis. In vier der insgesamt 19 untersuchten Kräuter-Tees konnte ein unabhängiges Labor so genannte Pyrrolizidinalkaloide (PAs) nachweisen.

Die Pflanzengifte können laut Bundesamt für Risikobewertung den Organismus schädigen und bei hoher Dosierung Lebertumore verursachen. Die Gifte stammen nicht aus den Teekräutern selbst. Sie stammen aus Pflanzen wie dem Jakobskraut, die leicht in die Ernte gelangen.

Erkrankungsrisiko für Kinder zehn- bis hundertfach höher

Für Säuglinge und Kleinkinder sind die Pyrrolizidinalkaloide besonders gefährlich, da ihre Körper das Gift nicht ausschwemmen, sondern speichern. Das Risiko zu erkranken sei deswegen für sie zehn- bis hundertfach höher als bei Erwachsenen, sagte Pflanzengift-Experte Dr. Helmut Wiedenfeld von der Universität Bonn in der Wiso-Sendung.

Sonnentor, Alnatura, Salus und Lebensbaum betroffen

Aus dem Lebensmittelhandel, vom Discounter, aus Apotheken und Drogerien stammten die 19 Tees, die das Verbrauchermagazin untersuchen ließ. Am stärksten mit Pyrrolizidinalkaloiden belastet waren zwei Bio-Produkte: Der "Sonnen-Kind-Babytee" von Sonnentor und der "Baby-Kräuter-Tee" von Alnatura. Bei dem Sonnentor-Tee lag der Gehalt einer Tasse siebenfach über der empfohlenen Höchstmenge an PAs für Erwachsene, bei Alnatura dreifach über der empfohlenen Höchstmenge.

Die getesteten Tees.

Weniger stark, aber auch mit krebserregenden Stoffen belastet waren der "Baby Bäuchleintee" von der Firma Lebensbaum und der "Babytee Kräutertee" von Salus. Dass gerade vier Bio-Produkte betroffen sind, erklärt "Wiso" folgendermaßen: "Ohne Einsatz von Pestiziden gedeiht eben auch Schadstoff haltiges Unkraut besser."

Alle vier Unternehmen haben Produkte mit der belastenden Charge mittlerweile aus dem Handel genommen. Sonnentor ruft Ware, die schon verkauft wurde, zusätzlich zurück. Auf der "Wiso"-Seite im Internet können betroffene Kunden die Stellungnahmen der Firmen nachlesen.

Gesetzliche Grenzwerte für PA-Werte gibt es nicht. Für Hersteller gilt nur eine Empfehlung, ihre Erntepraxis zu kontrollieren und international anerkannte Höchstmengen nicht zu überschreiten.

Schon im Oktober fielen einige Tees negativ im Labor auf

Die Weltgesundheitsorganisation warnt seit Jahren vor den Langzeitfolgen der Gifte selbst bei niedriger Dosierung. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte schon im Oktober 2014 in einigen Tees hohe Pflanzengiftkonzentrationen ermittelt.

wei

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