Bei der E-Zigarette wird die zu inhalierende Flüssigkeit, das Liquid, verdampft. Doch auch hierbei kann eine Nikotin-Sucht entstehen. Foto: Friso Gentsch
+
Bei der E-Zigarette wird die zu inhalierende Flüssigkeit, das Liquid, verdampft. Doch auch hierbei kann eine Nikotin-Sucht entstehen.

Lecker, aber giftig

Krebsexperten warnen vor E-Zigaretten und E-Shishas

Schokolade, Mango oder Käsekuchen - statt Nikotin gibt es für E-Zigaretten und E-Shishas Flüssigkeiten mit süßem Aroma. Krebsexperten warnen vor dem scheinbar harmlosen Dampf.

Die Heidelberger Krebsexpertin Martina Pötschke-Langer hat ein generelles Verbot von Aromastoffen in Tabak, E-Zigaretten und E-Shishas gefordert.

Der Gesetzgeber sollte einzig und allein den Tabakgeschmack zulassen, sagte die Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention beim Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg. Dies sei insbesondere nötig, um Kinder und Jugendliche zu schützen. Die ganze Fülle von Sorten wie Mango, Schokolade oder Käsekuchen sei eine permanente Versuchung für sie. Dabei seien die Inhalationsprodukte von E-Zigaretten und E-Shishas keinesfalls harmlos, selbst wenn sie kein Nikotin enthielten.

Der Dampf von E-Zigaretten sei mit verschiedenen Gefahren verbunden, die von Entzündungen der Atemwege durch Propylenglykol und Aromen bis hin zum Krebsrisiko durch Nikotin reichten, sagte Wolfgang Schober vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, bei einer Tagung in Heidelberg. Die Aromen seien zwar für Lebensmittel zugelassen. Aber es sei überhaupt nicht untersucht, welche Wirkung sie beim Inhalieren entfalten.

Süßer Dampf für Kinder und Jugendliche

E-Zigaretten verdampfen Flüssigkeiten zum Inhalieren. Die Liquids können Nikotin enthalten und sind oft aromatisiert. Vor allem für Kinder und Jugendliche seien auch Sorten wie Bubble Gum oder Gummibärchen sehr attraktiv, sagte Pötschke-Langer. Die Folgen seien messbar: In einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung habe rund ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren angegeben, mindestens einmal eine E-Zigarette oder E-Shisha ausprobiert zu haben. Anders als Zigaretten fallen elektrische Inhalationsprodukte bislang nicht unter das Jugendschutzgesetz.

Nach Angaben von Verena Viarisio vom DKFZ gibt es eine Fülle neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse über die Schädlichkeit von Nikotin. Egal, ob über Tabak oder eine E-Zigarette aufgenommen, mache Nikotin körperlich und psychisch abhängig. Es erhöhe das Risiko für eine ganze Reihe von Krankheiten, wie Infektionen, Typ-2-Diabetes oder Krebs. Nicht zuletzt sei Nikotin giftig. "Nikotin ist wirklich keine harmlose Entspannungsdroge."

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Krankenkasse: "Pokémon Go bringt Kinder in Bewegung"

Die virtuelle Monsterjagd an der frischen Luft bringt nach Ansicht der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern faule Stubenhocker in Bewegung.
Krankenkasse: "Pokémon Go bringt Kinder in Bewegung"

Drogen auf Rezept: Staatliche Cannabis-Agentur geplant

Hannover - Cannabis auf Rezept - einige Ärzte befürworten diese Form Schmerztherapie. Doch die Patienten haben mit Hürden zu kämpfen. Eine staatliche Cannabis-Agentur …
Drogen auf Rezept: Staatliche Cannabis-Agentur geplant

Auf Speisezutaten achten: Säure kann den Zähnen schaden

Obst und Saft sind zwar gesund, das gilt aber eher nicht in Bezug auf die Zähne: Viel Säure kann den Zahnschmelz schädigen. Mit ein paar Tipps lässt sich gegensteuern.
Auf Speisezutaten achten: Säure kann den Zähnen schaden

Die Leber leidet stumm: Hepatitis oft lange unentdeckt

Die Vielzahl der Hepatitis-Viren kann verwirren. Sorgen macht Forschern in Deutschland, dass eine chronische Leberentzündung bei Typ B und C oft lange unentdeckt bleibt.
Die Leber leidet stumm: Hepatitis oft lange unentdeckt

Kommentare