Harley Davidson
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Harley Davidson statt Familienkutsche: Männer in der Midlife-Crisis ändern ihr Verhalten. Das mag unterhaltsam sein, doch Forscher haben herausgefunden, dass wir eine Krise in der Mitte des Lebens haben.

Tiefpunkt in den 40ern

Die Midlife-Crisis gibt es nun offiziell, wirklich!

Eine jüngere Geliebte oder ein neues Motorrad gelten als typische Anzeichen für eine Midlife-Crisis. Doch diesen Tiefpunkt in den Vierzigern gibt es wirklich, wie eine weltweite Studie nun belegt.

Die Midlife-Crisis (engl. für Mittelebens-Krise) ist in zahlreichen Filmen, Romanen und Frauenzeitschriften eine großes Thema. Plötzlich brechen Männer, aber auch Frauen aus ihrem gewöhnten Alltag aus oder stellen ihre Lebensziele in Frage. Familie, Reihenhaus oder Lebensversicherung scheinen plötzlich keinen Wert zu haben. Der Wandel ist von außen betrachtet sehr unterhaltsam.

Der Film "American Beauty" mit dem Schauspieler Kevin Spacey alias Lester Burnham ist ein Paradestück über dieses Phänomen: Lester bricht aus seinem Alltag aus. Kündigt seinen Job um in einem Fast-Food-Lokal zu arbeiten, flirtet mit einer Schülerin, pumpt Gewichte und fährt Rad statt Auto.

Allerdings ist die Midlife-Crisis keine Erfindung Hollywoods oder verschrobener Drehbuchautoren. Die Midlife-Crises gibt es wirklich. Menschen in der Mitte ihres Lebens sind deprimiert, wie eine aktuelle Studie der Universität Warwick zeigt.

Im Alter von 40 kommt der Tiefpunkt

Die Forscher haben dafür 50.000 Erwachsenen im Laufe ihres Lebens zu ihrem Glücksgefühl und Wohlbefinden befragt. Bei der Auswertung zeigte sich, das sich die Zufriedenheitskurve im Lebenszyklus wie eine U-Form verhält: Im Alter von 40 bis 42 befindet sich das menschliche Glück und Wohlergehen auf dem Tiefpunkt und steigt bis zum Alter von 70 wieder an.

Insofern gibt es nach Ansicht der Autoren wirklich eine Art Krise in der Lebensmitte. Zumindest, wenn es um das Gefühl der Zufriedenheit mit dem Leben geht. 

Warum sich die Lebenszufriedenheit gerade Anfang der 40er Jahre auf der Talsohle befindet, können sich die Wissenschaftler nicht erklären.

Kinder jedenfalls hätten keinen Einfluss auf das Glücksempfinden. Das Muster würde bei allen Teilnehmern gleich verlaufen. Und die Daten für die Studie, die im Fachmagazin Economic Journal veröffentlicht wurde, stammen aus Australien, Großbritannien und Deutschland.

ml

Martina Lippl

Martina Lippl

E-Mail:martina.lippl@merkur.de

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