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An der Universität wird ein Infrarot-Computer entwickelt, der bei der Parkinson-Früherkennung helfen soll.

Wenn die Bewegungszentrale versagt

Parkinson: Ursprung, Symptome, Therapie

Wenn ein Mensch an Parkinson erkrankt, zittern nicht nur seine Gliedmaßen, auch seine Körperhaltung und Stimme können sich verändern. Informationen über Ursache, Symptome und Therapie lesen Sie hier.

A. W., 64 Jahre, leidet seit einem Jahr an einem Zittern der Hände, bei Aufregungen nimmt es rechtsseitig zu, die Handschrift ist unleserlich geworden. Er geht in vornüber gebeugter Haltung, gelegentlich trippelt er auf der Stelle, unfähig loszulaufen, die Schritte sind kürzer geworden.

Er berichtet von seinen Beschwerden mit einer monoton leisen Stimme und beklagt einen starken Speichelfluss. Angefangen hat alles mit Rückenschmerzen, Ärzte hatten keine Erklärung gefunden. Er wirkt introvertiert, in seinem Beruf als Kaufmann schämt er sich wegen der Symptome.

Ein Londoner Arzt entdeckte Parkinson

Der Londoner Arzt und Apotheker James Parkinson (1755–1824) ist der Namensgeber der Parkinson-Krankheit; er veröffentlichte im Jahre 1817 seine Abhandlung „Essay on the Shaking Palsy“ („Über die Schüttellähmung“). Mit scharfer Beobachtungsgabe benannte er die noch heute gültigen und wichtigsten Symptome der später nach ihm benannten Krankheit, ohne dass er die Ursachen kannte. Der berühmte französische Nervenarzt Prof. Jean Mari Charcot war 1884 der erste, der den Namen Morbus Parkinson (Parkinson-Krankheit) benutzte.

Erst im 20. Jahrhundert wurde der Ort der krankhaften Veränderungen in der so genannten Schwarzen Substanz des Gehirns entdeckt, Anfang der sechziger Jahre wurde die biochemische Ursache von Parkinson aufgedeckt: Ein Mangel am Botenstoff Dopamin im Gehirn. Erstmals öffneten sich Entwicklungsmöglichkeiten für effektive Therapien.

Parkinson: Das passiert im Gehirn

Unser Gehirn besteht aus vielen Milliarden Nervenzellen. Diese Nervenzellen stehen mit anderen Nervenzellen durch Fasern in enger Verbindung, um Informationen untereinander auszutauschen. Am Nervenfaserende, wo die Informationsübermittlung stattfindet, sind die Nerven durch einen kleinen Spalt voneinander getrennt. Über diesen Spalt hinweg wird die Information mittels Botenstoffe übertragen. Die Botenstoffe werden von einem Nervenende ausgeschüttet, an Kontaktstellen auf der anderen Seite aufgenommen und als Impuls weitergeleitet. Botenstoffe regeln auch den flüssigen Bewegungsablauf. Dabei müssen sie in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen, um kontrollierte Bewegungsabläufe sicherzustellen.

Bei Parkinson kommt es nach und nach zu einer Rückbildung der Nervenzellen, die das Dopamin zur Verfügung stellen und damit zu einem Mangel dieses Botenstoffes. Die Botenstoffe Acetylcholin und Glutamat erlangen ein Übergewicht, die Beweglichkeit des Körpers verändert sich. Ein gestörter Bewegungsablauf gehört zu den typischen Symptomen von Parkinson. Warum sich die Dopamin bildenden Zellen zurückentwickeln, ist bis heute nicht geklärt. Man vermutet eine Kombination aus angeborenen Ursachen und Umwelteinflüssen. Rein genetische (ererbte) Formen der Parkinson-Erkrankung sind bekannt, machen aber nur einen kleinen Teil aus.

Erste Symptome von Parkinson 

Hauptsymptome der Parkinson-Krankheit sind Bewegungsbeeinträchtigungen wie Zittern, verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifigkeit und eine typische Veränderung der Körperhaltung. Neben diesen Symptomen kann es auch zu verschiedenen vegetativen und psychischen Auffälligkeiten kommen. Dazu zählen vermehrtes Schwitzen, Verdauungsbeschwerden und Depressionen. Neueste Forschungen belegen, dass es auch eine besondere Form der Gedächtnisstörungen beim Morbus Parkinson geben kann, eine spezielle Form der Parkinson-Demenz.

Das Zittern tritt zunächst nur in einer Körperhälfte auf, betrifft die Arme meist stärker als die Beine und verschwindet bei gezielten Bewegungen, etwa beim Ergreifen einer Tasse oder bei Anspannung der Muskulatur. Gewohnte Bewegungsabläufe fallen dem Erkrankten schwerer, oft verändert sich allmählich die Handschrift oder handwerkliche Tätigkeiten wie z. B. Nähen gestalten sich schwieriger. Die Muskulatur befindet sich in einem ständig erhöhten Spannungszustand. Dadurch entsteht ein Gefühl der Starrheit, Steifheit oder Schwere. Die Steifheit zeigt sich besonders deutlich, wenn in lockerer Haltung das Ellenbogen- oder Handgelenk vom Arzt bewegt wird. Die Bewegungen der Gelenke verlaufen auffallend ruckartig.

Parkinson: Drei Saulen in der Therapie

Die Parkinson-Therapie stützt sich immer auf drei Säulen: Medikamentöse Therapie, Physiotherapie und psychologische Hilfe. Die medikamentöse Therapie besteht in der Gabe von Medikamenten, die einen Ausgleich des Dopaminmangels im Gehirn bewirken. Zu diesen Anti-Parkinson-Medikamenten gehören Levodopa mit Decarboxylase- und COMT-Hemmern, Dopaminagonisten und MAO-B-Hemmer. Andere Medikamente wirken über andere Mechanismen auf das Ungleichgewicht verschiedener Botenstoffe bei der Parkinson-Erkrankung. Jeder Patient spricht unterschiedlich auf die Medikamente an: die Therapie gehört in die Hand eines erfahrenen Facharztes, der Wirkungen wie auch Nebenwirkungen der Medikamente kennt und zu einer individuell bestmöglichen Behandlung der Symptome verhilft.

Die Physiotherapie unterstützt die medikamentöse Behandlung von Parkinson, beugt der Gefahr der Muskelrückbildung und der Versteifung der Gelenke vor. Hierzu sind Krankengymnastik, Sport, Sprachtherapie sowie Entspannungs- und Atemtherapie bewährt. Oberstes Ziel ist es, aktiv zu sein und zu bleiben. Sport und Krankengymnastik sind besonders geeignet, weil sie einer zunehmenden Bewegungsarmut entgegen wirken und einer Fehlhaltung des Körpers vorbeugen.

A. W. ist einer von 250.000 bis 400.000 Patienten in Deutschland, die an einem idiopathischen Parkinson-Syndrom (IPS) leiden. Am häufigsten erkranken Menschen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr. Bei A. W. konnten durch fachärztliche und apparative Untersuchungen andere symptomatische Ursachen eines Parkinson-Syndroms und auch das Vorliegen eines atypischen Parkinson-Syndroms ausgeschlossen werden. Er erhält Medikamente, durch die er seine gewohnte Beweglichkeit rasch wiedererlangt hat. A. W. fühlt sich gut. Mit seinen Medikamenten kann er Beruf und Freizeit wie vor der Erkrankung bewältigen.

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