Änderungen zum 1. Februar

Patienten müssen sich bei Arznei umstellen

Berlin - Schon seit sechs Jahre gibt es Arznei-Rabattverträge. Doch immer noch müssen sich Patienten neu umstellen - auch zum 1. Februar. Bei den einzelnen Kassen gelten immer wieder neue Mittel als erste Wahl.

Zum Monatswechsel an diesem Freitag müssen sich erneut viele gesetzlich Krankenversicherte auf neue Arzneimittel einstellen. Bei der Techniker Krankenkasse mit ihren mehr als acht Millionen Versicherten gelten Rabattverträge für mehr als 20 Wirkstoffe, darunter so weit verbreitete wie Acetylcystein oder Budesonid. Mehr als 40 Betriebs- und Innungskrankenkassen hatten zudem angekündigt, ihre rund acht Millionen Versicherten zum 1. Februar mit neuen Rabatt-Arzneimitteln für mehr als 150 Wirkstoffe zu versorgen.

Oft gibt es verschiedene Mittel mit demselben Wirkstoff. Die Apotheker müssen dann das Mittel abgeben, für das die Kasse mit einem Hersteller den Preisnachlass verabredet hat. Seit dem 1. April 2007 sind sie dazu verpflichtet. Bereits zu Beginn des Jahres traten bei vielen Kassen neue Rabattverträge in Kraft.

Der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Fritz Becker, sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Millionen Patienten müssen im Laufe der Jahre immer wieder umgestellt werden, wenn alte Rabattverträge auslaufen und neue in Kraft treten.“ Gerade chronisch kranke und ältere Menschen, die Form und Farbe ihrer Tabletten genau kennen, seien bei neuen Präparaten oft verunsichert. Persönliches Engagement der Apotheker sei nötig.

„Die Patienteninteressen, etwa bei der Lieferfähigkeit der Hersteller, müssen beim Abschluss von Rabattverträgen immer absolute Priorität haben“, mahnte Becker. Absetzen sollten verunsicherte Patienten ihre Medikamente in keinem Fall auf eigene Faust.

Die Rabattverträge bringen in vielen Fällen auch den Patienten Einsparungen. Denn bei den Rabatt-Arzneimitteln kann jede Kasse für jedes Präparat die normale Zuzahlung verlangen, die Zuzahlung auf 50 Prozent absenken oder ganz darauf verzichten.

Nach DAV-Angaben sparen die Versicherten ab 1. Februar bei jedem dritten Rabatt-Arzneimittel Geld gegenüber ihrer Krankenkasse ein. Es gelten bei diesen Mitteln entweder Ermäßigungen oder Befreiungen von der Zuzahlung. Bei den anderen zwei Dritteln wird hingegen die volle Zuzahlung von mindestens fünf, höchstens zehn Euro fällig.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dem inneren Schweinehund ruhig mal nachgeben

Gerade im Winter, wenn es draußen dunkel und kalt ist, können sich viele nach Feierabend nicht mehr zum Sport durchringen. Sie sollten deshalb aber nicht mit sich …
Dem inneren Schweinehund ruhig mal nachgeben

Fetten Haare durch häufiges Waschen schneller?

Viele Shampoos werben mit dem Zusatz: "Für die tägliche Haarwäsche geeignet". Doch ist ein derart häufiges Reinigen der Kopfhaut überhaupt gut? Es kommt auf die Art des …
Fetten Haare durch häufiges Waschen schneller?

Wenn Schmerzen Alltag sind: Leben mit Morbus Sudeck

Morbus Sudeck: Die Krankheit - die auch Komplexes Regionales Schmerzsyndrom genannt wird - bedeutet vor allem heftige Schmerzen. Sie ist aber nicht leicht zu erkennen. …
Wenn Schmerzen Alltag sind: Leben mit Morbus Sudeck

Nicht ignorieren: Bei häufigen Kopfschmerzen zum Arzt

Wenn der Kopf mit einer zuverlässigen Regelmäßigkeit brummt, sollte man die Schmerzen ernst nehmen. Sonst riskiert man schlimme Folgen.
Nicht ignorieren: Bei häufigen Kopfschmerzen zum Arzt

Kommentare