Die "Pille danach" unofem von Hexal
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Die "Pille danach" unofem von Hexal.

Notfallverhütung

„Pille danach“ bald  rezeptfrei in Apotheken

Gesundheitsminister Gröhe beharrte lange darauf, dass die „Pille danach“ nur nach ärztlicher Beratung und auf Rezept abgegeben werden soll. Nun zwingt ihn die EU-Kommission zum Einlenken.

Frauen können die „Pille danach“ bald auch in Deutschland ohne Rezept direkt in der Apotheke bekommen. Nach der Freigabe durch die EU-Kommission sicherte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) eine rasche nationale Regelung zu. „Wir werden der Entscheidung der Kommission folgen und das deutsche Recht für beide Präparate, die derzeit auf dem Markt sind, schnellstmöglich anpassen“, erklärte Gröhe am Donnerstag in Berlin.

Bei den beiden Präparaten handelt es sich um „ellaOne“ (Wirkstoff: Ulipristal) und „PiDaNa“ (Wirkstoff: Levonorgestrel). Am Vortag hatte Brüssel auf Empfehlung von Experten entschieden, dass die „Pille danach“ mit dem Wirkstoff Ulipristal in der gesamten EU ohne Rezept erhältlich sein soll.

"Pille danach": Je schneller desto besser

Die Bundesapothekerkammer begrüßte die Entscheidung, mahnte aber, die Wirkung der „Pille danach“ sei umso sicherer, je früher sie eingenommen werde. Sie sei für den Notfall gedacht und könne andere Verhütungsmethoden nicht ersetzen. Notfallverhütungsmittel mit Ulipristal könnten bis zu 120 Stunden nach ungeschütztem Sex oder bei Versagen anderer Verhütungsmittel eingenommen werden.

Gröhe, der sich lange gegen die Freigabe sperrte, bekräftigte nun: „Unser Ziel ist es, auch weiterhin eine gute Beratung für beide Präparate aus einer Hand sicherzustellen.“ Man wolle nun zusammen mit Frauenärzten, Apotheken und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte Kriterien für eine qualitativ hochwertige Beratung in den Apotheken entwickeln. Kammer-Präsident Andreas Kiefer sicherte zu, die Apotheker wollten bei der Beratung größtmögliche Arzneimittelsicherheit gewährleisten und Missbrauch verhindern.

Kritik an der Entscheidung der EU-Kommission

Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) kritisierte die Entscheidung der Kommission als falsches Signal. Es handle sich bei der „Pille danach“ nicht um „eine harmlose Halsschmerztablette, sondern um ein starkes Medikament, das in den Hormonhaushalt der Frauen eingreift. Deshalb ist eine ärztliche Untersuchung und Beratung der Frauen zu ihrem eigenen Schutz sehr sinnvoll.“ Sie begrüßte den Hinweis Brüssels, dass einzelne EU-Länder eine Verschreibungspflicht beibehalten könnten. Für Minderjährige sollte die „Pille danach“ verschreibungspflichtig bleiben.

dpa

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