Wir werden immer älter, deswegen nehmen chronische Erkrankungen zu. Das Robert Koch-Instituts (RKI) hat den aktuellen Bericht zu „Gesundheit in Deutschland“ 2015 veröffentlicht.
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Wir werden immer älter, deswegen nehmen chronische Erkrankungen zu. Das Robert Koch-Instituts (RKI) hat den aktuellen Bericht zu „Gesundheit in Deutschland“ 2015 veröffentlicht.

RKI-Bericht 2015

So gesund sind die Deutschen

Herzinfarkt, Keime und Impfquoten - wie es um die Gesundheit der Deutschen steht, offenbart der aktuelle Bericht zur Gesundheit in Deutschland 2015.

Die Medizin kann ansehnliche Erfolge im Kampf gegen Infektionskrankheiten und Krebs feiern. Doch in der alternden deutschen Gesellschaft nehmen chronische Erkrankungen zu. Und die günstigen Lebensbedingungen können zu Wohlstandserkrankungen führen, sichtbar unter anderem an der zunehmenden Zahl stark übergewichtiger Menschen. Das sind Erkenntnisse des Berichts „Gesundheit in Deutschland“ 2015 des Robert Koch-Instituts (RKI), der am Donnerstag in Berlin vorstellt wurde. Rund 130 Wissenschaftler haben drei Jahre an dem 384-seitigen Bericht - eine Art Gesundheitszensus - gearbeitet.

Was sind die zentralen Aussagen des Berichts?

In der (alternden) deutschen Gesellschaft bestimmen chronische Leiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Muskel-Skelett-Beschwerden wie Rückenschmerzen, Krebs oder Diabetes das Krankheitsgeschehen. Infektionskrankheiten von Tuberkulose bis Masern verursachen zwar noch immer viele Krankheitsfälle. Doch 2013 rangierte unter den zehn häufigsten Todesursachen in Deutschland nur noch eine Infektionskrankheit: die Lungenentzündung.

Zudem hebt der Bericht hervor, dass die soziale Herkunft schon früh über den gesundheitlichen Werdegang eines Menschen entscheidet: Gutverdiener achten im Schnitt mehr auf ihre Gesundheit und leben länger als Geringverdiener. Allerdings ist dies keine sonderlich neue Erkenntnis.

Was sind die Erkrankungen mit hoher Sterblichkeitsrate?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall sind mit 39 Prozent weiterhin die häufigsten Todesursachen. In den vergangenen Jahrzehnten sanken jedoch - aufgrund besserer Prävention, Therapie und Versorgung - Neuerkrankungen und Sterblichkeit in diesem Bereich.

Bei Krebs kam es zwar zu einem Anstieg der Neuerkrankungen um 16 Prozent, was vor allem auf die Alterung der Gesellschaft zurückzuführen ist. Allerdings sind für die meisten Krebsarten die Sterblichkeitsraten zurückgegangen.

Welche chronische Erkrankung bereitet die größten Sorgen?

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Bei etwa 7,2 Prozent der Erwachsenen bis 79 Jahren oder 4,6 Millionen Menschen ist ein Diabetes mellitus bekannt. Zwei Prozent aller Erwachsenen haben einen unerkannten Diabetes mellitus. Steigende Fallzahlen in den vergangenen Jahren könnten nur zum Teil durch die gesellschaftliche Alterung erklärt werden.

Ursache könne nicht nur eine verbesserte Früherkennung sein, sondern auch ein veränderter Lebensstil. Heißt wohl: Viele Menschen essen zu viel und bewegen sich zu wenig. Die Folge sei häufig starkes Übergewicht (Adipositas) - eine typische Wohlstanderscheinung. Zivilisationskrankheiten nennt man dies. Manche sprechen gar von der „Volkskrankheit“ Bewegungsmangel.

Wer ist von Übergewicht betroffen?

Starkes Übergewicht erhöht wiederum die Gefahr einer chronischen Erkrankung. Bei Erwachsenen hat sich der Anteil der Übergewichtigen in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau stabilisiert. Bei jungen Männern vor allem ist der Anteil stark Übergewichtiger dagegen deutlich gestiegen. Auch bei Kindern und Jugendlichen hat der Anteil Übergewichtiger seit den 1990er Jahren zugenommen. Der Anteil stark Übergewichtiger hat sich sogar verdoppelt. Heute sind fast ein Viertel der Erwachsenen und etwa sechs Prozent der Kinder und Jugendlichen stark übergewichtig.

Und dabei gilt: „Je niedriger der soziale Status, desto häufiger treten Übergewicht und Adipositas auf.“ Mit anderen Worten - und hier kommt wieder die Ausgangsthese des Berichts ins Spiel: Die soziale Herkunft entscheidet mit über das gesundheitliche Wohl der Menschen.

Diabetes: Das sollten Sie wissen

dpa

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