Schmerzpflaster mit Fentanyl geben den Wirkstoff langsam und stetig ab.
+
Schmerzpflaster mit Fentanyl geben den Wirkstoff langsam und stetig ab.

Opiate

Was gegen den Schmerz hilft

Keine Angst vor einer Therapie mit Opiaten. Rät der Arzt, Opiate gegen die Schmerzen zu nehmen, schreckt das viele Krebspatienten ab.

Schon allein der Name dieser Medikamentengruppe macht ihnen Angst: Opiate – so etwas schnupfen und spritzen sich doch nur Drogensüchtige, denken viele. Abhängig will man nun wirklich nicht werden. Und wer weiß schon, ob man diese Mittel nicht zu einem späteren Zeitpunkt dringender brauchen wird, grübeln andere. Wenn es dann aufs Ende zugeht und die Schmerzen noch stärker werden, hat man seinen letzten Trumpf womöglich schon verspielt.

Dr. Hans Pohlmann, Onkologe und Palliativmediziner in München, kennt diese Ängste vieler Krebspatienten. Er spricht gar von einer „Opiatophobie“, also einer fast schon krankhaften Angst, Mittel aus dieser Medikamentengruppe einzunehmen. Dabei sind diese für Krebspatienten durchaus segensreich. Die große Furcht davor ist unbegründet.

Keine Abhängigkeit

So können Opiate bei einem Gesunden zwar tatsächlich zu einer Abhängigkeit führen. Doch ist diese psychischer Art: Es ist der Kick, der den Süchtigen bei der Droge hält. Der aber bleibt bei Schmerzpatienten aus. Wohl deshalb werden sie auch nach einer längeren Behandlung mit Opiaten nicht abhängig. Das haben sogar Studien gezeigt.

Auch die Angst, Opiate könnten zu starken Nebenwirkungen führen, ist völlig übertrieben, beruhigt Pohlmann. Die häufigsten Probleme sind Müdigkeit und Übelkeit. Sie treten aber bei den meisten Patienten nur in den ersten Tagen auf und verschwinden dann wieder. Anders die Verstopfung, unter der ebenfalls viele Patienten während einer Opiat-Therapie leiden. Betroffene müssen Abführmittel nehmen. Damit lässt sich aber gut leben, wenn man dafür den Schmerz in den Griff bekommt.

Wirksamkeit bleibt

Im Gegensatz zu nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR), zu denen etwa der Wirkstoff Diclofenac gehört, greifen Opiate aber weder den Magen an noch droht ein Nierenschaden, wenn man sie länger einsetzt. Verträgt ein Patient ein Mittel schlecht oder bildet sich eine Resistenz, kann man ein anderes versuchen. Die Annahme, Opiate würden allgemein nach einiger Zeit weniger wirken, sei indes ein Irrtum, sagt Pohlmann. Haben Patienten dennoch das Gefühl, dass die Wirkung nachlässt, liege das oft an der Krankheit, die fortschreitet. Dadurch nehmen auch die Schäden zu, die sie anrichtet – und damit oft auch die Schmerzen.

Andrea Eppner

Auch interessant

Krickerl-Messer aus echtem Rehgeweih - Unikat

Krickerl-Messer aus echtem Rehgeweih - Unikat

Krickerl-Messer aus echtem Rehgeweih - Unikat
Fischkochbuch vom Starnberger See

Fischkochbuch vom Starnberger See

Fischkochbuch vom Starnberger See
Fischkochbuch vom Oberland

Fischkochbuch vom Oberland

Fischkochbuch vom Oberland
Gustav Klimt: Vier Teelichtgläser mit Künstlermotiven im Set

Gustav Klimt: Vier Teelichtgläser mit Künstlermotiven im Set

Gustav Klimt: Vier Teelichtgläser mit Künstlermotiven im Set

Meistgelesene Artikel

So oft sollten Sie ihre Bettwäsche wechseln

Ein frisch bezogenes Bett ist ein echter Genuss. Das Wechseln der Bettwäsche mag zwar eine lästig sein, aber unter der Decke machen es sich auch Bakterien, Milben und …
So oft sollten Sie ihre Bettwäsche wechseln

Glutenfreie Lebensmittel: Symbol der durchgestrichen Ähre

Wer eine Zöliakie hat, kann nicht einfach zum Bäcker gehen und Brötchen kaufen. Betroffene müssen sich ihr Leben lang glutenfrei ernähren. Inzwischen gibt es aber immer …
Glutenfreie Lebensmittel: Symbol der durchgestrichen Ähre

Blind durchs Smartphone? Forscher warnen

Wer im Dunklen auf das helle Display seines Smartphones starrt, kann kurzzeitig erblinden. Diesen beunruhigenden Effekt haben britische Wissenschaftler jetzt bei zwei …
Blind durchs Smartphone? Forscher warnen

Experten warnen: Kinder von Dicken gefährdet

Zu viele Kilos auf den Rippen? Das hat nach neueren Forschungen nicht nur Folgen für Schwangere, sondern auch für den Nachwuchs.
Experten warnen: Kinder von Dicken gefährdet

Kommentare