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Etwa 300.000 Menschen in Bayern leiden unter der erblichen Form von Diabetes.

Volkskrankheit Diabetes

Eine Millionen Zuckerkranke in Bayern

Nürnberg - Weil viele nicht wissen, dass sie an der Zuckerkrankheit leiden, will das Gesundheitsministerium nun aufklären. Pünktlich zur Veröffentlichung des ersten Diabetesberichts.

Bis zu eine Millionen Menschen in Bayern werden wegen der sogenannten Zuckerkrankheit behandelt. Nach Schätzungen leiden etwa 200 000 weitere an Diabetes, ohne es zu wissen. Das geht aus dem ersten Bayerischen Diabetesbericht hervor, den Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Freitag in Nürnberg vorstellte. In diesem Jahr will das Ministerium daher mit vielen Aktionen auf das Thema aufmerksam machen und über Risikofaktoren wie zu wenig Bewegung und schlechte Ernährung informieren. Diabetes kostet das Gesundheitssystem im Freistaat laut Huml jährlich bis zu 2,6 Milliarden Euro. Für das Aktionsjahr „Diabetes bewegt uns“ gibt das Ministerium rund 500 000 Euro aus.

Der häufigsten Form der „Zuckerkrankheit“, dem Diabetes mellitus Typ 2, kann man gut vorbeugen. Früher wurde dieser Typ auch Altersdiabetes genannt, weil die Erkrankung meist in der zweiten Lebenshälfte auftrat. Heute sind auch immer mehr junge Menschen betroffen. Wichtig zur Prävention sind viel Bewegung und eine gesunde Ernährung. Auch Rauchen kann ein Risikofaktor sein. Mit einem einfachen Test im Internet, bei Ärzten oder Apotheken könne man mit acht Fragen klären, ob man ein erhöhtes Risiko hat, sagte Huml.

Regelmäßige Kontrollen überlebenswichtig

Im Gegensatz zum Diabetes Typ 2 und zum Schwangerschaftsdiabetes, unter dem etwa 4 Prozent der werdenden Mütter leiden, kann man sich vor dem Typ 1 kaum schützen: Man geht davon aus, dass diese Krankheit erblich bedingt ist. In Bayern sind etwa 30 000 Menschen von dieser Form betroffen. Bei ihr kann die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produzieren, und die Patienten müssen es sich regelmäßig spritzen.

44 Prozent der Diabeter seien von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen, ein Fünftel von Augen- oder Nierenerkrankungen. Daher sei es so wichtig, dass Patienten regelmäßig ihren Langzeit-Zuckerwert kontrollieren lassen sowie Blutdruck, Augen, Zähne, Füße und Nieren. Hilfreich seien hier spezielle Programme, in denen die Patienten sich zu regelmäßigen Kontrollen verpflichten und von ihrem Hausarzt überwacht werden.

Oberfranken ist traurige Spitze

An diesen Kontrollprogrammen nehmen nach Angaben von Hans-Erich Singer von der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns in Bayern etwa 530 000 Patienten und 8200 Ärzte teil. Jeder Betroffene könne sich dafür anmelden. Laut der Krankenkasse AOK haben sich in den vergangenen zwölf Jahren bei Teilnehmern die Komplikationen durch Diabetes deutlich verringert.

In Oberfranken ist der Anteil der Menschen mit Diabetes am höchsten, danach kommen Mittelfranken und die Oberpfalz. Die wenigsten Patienten gab es 2011 in Oberbayern und Schwaben. Laut Diabetesbericht gibt diese Verteilung recht gut das sozioökonomische Gefälle in Bayern wider. Die Diabeteshäufigkeit nehme zu, je schlechter die soziale Lage sei.

dpa

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