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Wer täglich eine Tafel Schokoladen (100 Gramm) isst, leidet nach einer aktuellen Studie seltener an Herzerkrankungen und minimiert sein Schlaganfall-Risiko.

Keine Sünde

Naschen!? Schokolade ist gut für's Herz

Wer seine Finger nicht von Schokolade lassen kann, hat jetzt eine gute Ausrede. Forscher haben nun in einer Studie herausgefunden, dass Schoko-Liebhaber seltener an Herz- und Gefäßerkrankungen leiden.

Es sind womöglich gute Nachrichten für Naschkatzen, das Studienergebnis ist aber mit Vorsicht zu genießen: Forscher haben einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Schokolade und einem niedrigeren Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle gefunden. In einer am Dienstag im britischen Fachmagazin "Heart" veröffentlichten Studie konnten die Forscher aber nicht nachweisen, dass es einen ursächlichen Zusammenhang gibt. Andere Wissenschaftler warnten davor, auf Grundlage der Studie eine Empfehlung für den regelmäßigen Konsum von Schokolade auszusprechen.

Eine Tafel Schokolade pro Tag

Das Team um Phyo Myint von der Universität im schottischen Aberdeen untersuchte für die Studie über rund zehn Jahre Gesundheit sowie Ess- und Lebensgewohnheiten von mehr als 20.000 Menschen im ostenglischen Norfolk. Ein besonderes Augenmerk legten sie dabei auf den Verzehr von Schokolade. Im Schnitt verzehrten die Studienteilnehmer täglich sieben Gramm Schokolade, das Spektrum reichte von Menschen, die gar keine Schokolade aßen bis hin zu solchen, die täglich 100 Gramm aßen - was einer Tafel entspricht.

Das Ergebnis der Studie: Diejenigen, die am meisten Schokolade verzehrten, hatten ein um zwölf Prozent niedrigeres Risiko einer Herzerkrankung als jene, die gar keine Schokolade aßen. Das Risiko eines Schlaganfalls sank sogar um 23 Prozent. "Ein höherer Konsum von Schokolade könnte mit einem niedrigeren Risiko künftiger Herz-Kreislauf-Vorfälle in Verbindung stehen", schlussfolgern die Autoren.

Andere Studien zuvor hatten bereits Schokolade mit einem gesunden Herz in Verbindung gebracht. Dabei ging es aber in der Regel um schwarze Schokolade, die einen besonders hohen Kakao-Anteil hat. Die angeblich schützende Wirkung wurde auf im Kakao enthaltene sogenannte Flavonoide zurückgeführt.

Die Teilnehmer der nun veröffentlichten Studie aßen aber vor allem Vollmilchschokolade und weniger schwarze Schokolade. Die Forscher vermuten daher, dass andere Stoffe in der Schokolade - etwa das in Milch enthaltene Kalzium - eine schützende Wirkung entfalten könnte.

Mediziner warnen vor hemmungslosen Naschen

Allerdings ist nicht klar, ob der positive Effekt auf die Herzgesundheit wirklich auf die Schokolade zurückzuführen ist. Denn die beobachtende Studie kann keine Aussage über Ursache und Wirkung treffen, sondern lediglich einen Zusammenhang aufzeigen, der auch andere Gründe haben oder zufällig sein könnte.

So räumen die Wissenschaftler ein, dass begeisterte Schokoladenesser in der Studie jünger waren, weniger auf die Waage brachten, mehr Sport trieben und allgemein gesünder waren - womöglich ist es also der Lebensstil und nicht der Schokoladenverzehr, der hinter dem verringerten Risiko für Herzerkrankungen steht.

Der Pariser Ernährungsmediziner Arnaud Cocaul warnte, medizinische Schlussfolgerungen könnten aus der Studie nicht gezogen werden. Ein "Verkaufsargument" für Schokolade sei die Studie sicher nicht.

AFP

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