Sollen wir? Schwanger durch Samenspende

Viele Paare träumen von einem Baby. Oft bleibt dieser Wunsch unerfüllt. Ist eine Schwangerschaft durch Samenspende dann die richtige Wahl? Zehn Fragen sollen bei der Entscheidung helfen. 

Eine Schwangerschaft mit Hilfe einer Samenbank kann eine ideale Chance für die Wunscheltern sein. Die Spendersamenbehandlung sollte aber bewusst und sorgfältig aus allen Optionen ausgewählt werden. Zehn wichtige Fragen an Paare hat die Erlanger Samenbank jetzt zusammen gestellt.

10 Fragen an Paare mit unerfülltem Kinderwunsch

1. Es ist wichtig, dass Sie Entscheidungen einvernehmlich treffen. Spannungen und verschiedene Ansichten in einzelnen Punkten sollten gemeinsam aufgelöst werden.

2. Adoption oder Pflegeelternschaft können gute Alternativen sein – ohne medizinische Prozeduren.

3. Paare müssen nicht verheiratet sein, um für die Spendersamenbehandlung in Frage zu kommen. Aber Ihre Partnerschaft sollte stabil sein. Ab 10/2012 haben auch lesbische Paare in eingetragener Lebensgemeinschaft die Möglichkeit, sich bei uns der Behandlung mit Spendersamen zu unterziehen.

4. Seien Sie vorbereitet auf typische Ängste der Männer wie z.B. die, ohne biologische Verwandtschaft keine Bindung zu ihrem Kind aufbauen zu können. (Unsere Erfahrung zeigt, dass diese Angst meist grundlos ist.)

5. Würden Sie auch die Enttäuschung verkraften? Eine Spendersamenbehandlung kann mit vielen Belastungen verbunden sein. Sie erhalten eine gute Chance auf ein Kind, aber eine Garantie können wir leider nicht geben.

6. Da eine Schwangerschaft auch Freunden und Bekannten nicht verborgen bleiben wird, sollten Sie als Paar frühzeitig miteinander besprechen, ob, wann und wem Sie von den besonderen Umständen Ihrer Schwangerschaft erzählen möchten.

7. Darüber hinaus ist es noch viel wichtiger zu klären, ob Ihr zukünftiges Kind davon erfahren soll – auch wenn Sie sich noch weit von Ihrem Wunschkind entfernt fühlen. Wir empfehlen Ihnen aus Erfahrung, dieses Thema schon im Kindergartenalter anzugehen.

8. Wenn Sie sich einer Spendersamenbehandlung unterziehen, empfehlen wir, auch eine psychologischen Beratung (Coaching) in Anspruch zu nehmen. Die Behandlung mit Spendersamen ist eine unbekannte Erfahrung für Sie, es kann hier sehr hilfreich sein, von der Erfahrung anderer zu profitieren.

9. Setzen Sie sich mit den gesetzlichen Pflichten und Rechten, die auf Sie zukommen, genau auseinander. Da Ärzte Sie hierüber nur als Laien informieren können, nehmen Sie bei Bedarf bitte professionelle Rechtsberatung in Anspruch.

10. Informieren Sie sich genau über die Eignung der Samenbank, von der Sie die Samenspende beziehen wollen. Diese sollte neben der persönlichen Kompetenz auf jeden Fall eine Herstellungserlaubnis für Samenproben besitzen und qualitativ jeder gesetzlichen Norm entsprechen oder diese übetreffen.

Schwanger durch Samenspende: Sollen wir oder sollen wir nicht?

ots

Rubriklistenbild: © dpa

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