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Schwarzer Hautkrebs: Die Gefahr von Sonne und Solarien wird immer noch unterschätzt. Die Zahl der Hautkrebserkrankungen hat sich laut Experten in den vergangenen drei Jahreszehnten ungefähr vervierfacht.

Sind Solarienbesuche schuld?

Hautkrebs bei jungen Frauen häufigste Krebsart

Der schwarze Hautkrebs ist inzwischen die häufigste Krebsart bei jungen Frauen. Experten glauben, dass vor allem der Wunsch nach einer gebräunten Haut schuld daran ist.

 Darauf verwies der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, Gerd Nettekoven, in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag). „Experten machen insbesondere häufige Solarienbesuche für diesen Trend verantwortlich“, ergänzte er.

Bei Frauen im Alter von 20 bis 29 Jahren stehe das sogenannte maligne Melanom mit 281 Fällen pro Jahr an der Spitze der Krebserkrankungen, erläuterte der erste Vorsitzende der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland, Prof. Alexander Katalinic, mit Blick auf die Zahlen von 2010. Bei Frauen von 30 bis 49 Jahren liege der schwarze Hautkrebs nach Brustkrebs immer noch an zweiter Stelle.

Im Alter gebe es mehr Fälle von weißem als von schwarzem Hautkrebs, der zwar ungefährlicher sei, aber ebenfalls oft herausoperiert werden müsse, sagte Katalinic, der an der Universität zu Lübeck lehrt. Insgesamt habe sich die Zahl der Hautkrebserkrankungen in den vergangenen drei Jahreszehnten ungefähr vervierfacht.

Nettekoven warnte: „Allein in diesem Jahr werden rund 234.000 Menschen in Deutschland neu an Hautkrebs erkranken. 206.000 am sogenannten weißen Hautkrebs, der nur selten Tochtergeschwülste bildet, und 28.000 am besonders bösartigen schwarzen Hautkrebs, dem malignen Melanom.“

Größter Risikofaktoren seien Sonne und Solarien - in Kombination mit dem Freizeitverhalten. „Die Deutschen galten sogar lange Zeit als Europameister im künstlichen Sonnen“, sagte Nettekoven in dem Zeitungsinterview. Die Weltgesundheitsorganisation WHO habe bereits vor vier Jahren künstliche und natürliche UV-Strahlung in die höchste Kategorie krebserzeugender Substanzen eingeordnet - ebenso wie Asbest und Tabak.

Die Gefahr werde in Deutschland immer noch stark unterschätzt, betonte Nettekoven. „Jährlich sterben etwa 3000 Hautkrebspatienten an den Folgen einer Melanomerkrankung.“ Derzeit nutzen seinen Angaben zufolge etwa 4,8 Millionen Deutsche regelmäßig Solarien. „Selbst nach den neuen gesetzlichen Bestimmungen ist die Strahlungsintensität der Geräte noch vergleichbar mit der, die mittags am Äquator herrscht.“

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Deutschland habe zwar relativ gute Gesetze in dem Bereich, die Solarien müssten aber auch regelmäßig kontrolliert werden. In der Prävention und Früherkennung von Hautkrebsnehme Deutschland ebenfalls eine Vorreiterrolle ein, sagte Nettekoven und machte darauf aufmerksam, dass alle gesetzlich Versicherten ab 35 Jahren alle zwei Jahre zur kostenlosen Hautkrebsfrüherkennung gehen können.

dpa

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