Stethoskop
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Warnung! Keime und Bakterien am Stethoskop des Arztes.

Gefahr für Patienten

Arzt-Stethoskop ist mit Keimen verseucht

Ein Stethoskop steht symbolisch für den Beruf Arzt. Mit dem Instrument hört der Doktor Patienten an der Brust zur Diagnose ab. Doch das Stethoskop ist eine fiese Keimschleuder, wie eine Studie zeigt. 

Rund 40.000 Patienten sterben nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) jährlich an Krankenhausinfektionen. Multiresistente Keime, wie der methicillin-resistenter Staphylococcus aureus - MRSA können für geschwächte Patienten ein Gesundheitsrisiko sein. Besonders tückisch ist es, wenn Bakterien unbemerkt von Patient zu Patient übertragen werden.

Doch es ist gerade im Krankenhaus besonders leicht andere anzustecken. Prof. Didier Pittet von der Universität Genf und seine Kollegen haben eine fiese Keimquelle gefunden: das Stethoskop. Nach ihren Studien kann das Diagnose-Gerät nämlich mehr mit Bakterien verseucht sein, als die Hände der Krankenhausärzte.

Um herauszufinden, ob Arzt oder Stethoskop oder eben beide eine gefährliche Ansteckungsquelle für Patienten sein können, haben die Wissenschaftler 289 Abstriche gemacht. 89 Mal waren sie deswegen zur Stelle, nachdem ein Arzt einen Klinikpatienten an der Brust abgehört hatte. Nach dieser körperlichen Untersuchung nahmen die Forscher einzelne Proben von Hand und Stethoskop. Dabei lag der Fokus bei vier Punkten der Hand: Fingerspitze, Hand- und Daumenballen sowie Handrücken. Beim Stethoskope dagegen nur auf zwei: der Membran und einem Teil vom Schlauch.

Das Ergebnis überraschte Prof. Didier Pittet und sein Team: Die Fingerspitzen der Ärzte waren nach der Untersuchung genauso mit Keimen verseucht, wie das Stethoskop. Vor allem an der Membran, die Kontakt zur Haut der Patienten hat, fanden sich tausende Bakterien. Das Diagnose-Instrument hängt bei Ärzten lässig um den Hals, steckt in der Kitteltasche oder liegt auf dem Schreibtisch. Resistente Keime. Wird das Diagnose-Instrument nicht nach der Behandlung desinfiziert, können sich Keime und Bakterien ganz leicht von Patient zu Patient oder auch im ganzen Krankenhaus verbreiten. Nur eine richtige Desinfektion auch von Diagnose-Instrument könnte demnach eine MRSA-Infektion verhindern. Doch dafür sind, laut Pittet, weiter Studien erforderlich.

ml

Martina Lippl

Martina Lippl

E-Mail:martina.lippl@merkur.de

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