Zwei Tauben turteln am 10.11.2014 in Frankfurt am Main (Hessen) am Mainufer auf einer Mauer am Eisernen Steg. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Tauben haben großartige Fähigkeiten. Ihr visuelles Gedächtnis ist unglaublich, finden Wissenschaftler. 

Erstaunliches Diagnosetalent

Doktor mit Federn: Tauben können Krebs erkennen

Tauben haben in Städten keinen guten Ruf. Sie werden gern als Ratten der Lüfte bezeichnet. Dieses schlechte Image könnte sich jetzt vielleicht ändern. Forscher haben eine besonderes Talent der Tauben entdeckt.

Bösartiger Tumor oder gutartiges Gewebe - um aufgrund medizinischer Aufnahmen eine korrekte Diagnose zu stellen, brauchen Pathologe und Radiologen jahrelange Erfahrung und intensives Training. Auch wenn sich die Medizintechnik fortwährend verbessert, ist es für Ärzte immer noch eine schwierige Aufgabe, Aufnahmen richtig zu interpretieren.

Tauben könnten Pathologen und Radiologen diese Arbeit in Zukunft abnehmen. Die gefiederten Tiere sind nach Ansicht von Wissenschaftler der University of Iowa (UI) und der University of California besonders geschickt, Mammografiescans oder Röntgenaufnahmen richtig zu beurteilen, wie im Fachmagazin Journal Public Library of Science ONE ("PLOSE ONE") zu lesen ist.  

Das Gehirn einer Taube ist zwar nur so groß wie eine Fingerspitze, doch es verfügt über erstaunliche Fähigkeiten, sagt ein Co-Autor der Studie, Prof. Edward Wasserman von der UI. 

Tauben können gut beobachten 

Seiner Meinung nach hat eine Taube (lat.: Columba livia) außerordentliche Fähigkeiten, eine breite Palette von Objekten und Dingen zu unterscheiden. Das visuelle Gedächtnis der grauen Vögel sei phänomenal. Tauben können sich 1800 verschiedene Bilder merken. 

Sie können Gesichtsausdrücke, Emotionen sowie Menschen unterscheiden, Buchstaben aus dem Alphabet erkennen, verformte Arzneimittel-Kapseln. Sie können sogar einen Monet von einem Picasso unterscheiden, das hätten schon Forschungen in den letzten 50 Jahren gezeigt. 

Für die Studie mussten die Tauben lernen gutartiges Gewebe von bösartigen zu unterscheiden.

Um ihre Beobachtungsgabe noch weiter zu testen, haben die Forscher den Tauben eine spezielle Aufgabe gestellt: 
Die Vögel wurden mit Futter trainiert, Anzeichen von gutartigen oder bösartigen Gewebe auf Objektträgern, Mammographiescans und Röntgenaufnahmen zu unterscheiden. Von Tag zu Tag steigerten die Tauben ihre Trefferquote. Die Genauigkeit erhöhte sich nach 13 bis 15 Tagen auf 85 Prozent. Sie konnten mikroskopische Flecken einer Verkalkung, die auf eine frühes Zeichen von Krebs hinweisen, erkennen.  

Ihre Ergebnisse waren genauso gut wie die eines Radiologen. Bei unbekannten Aufnahmen versagten die Tauben völlig. 

Tauben statt Radiologe

Die Bilder in Zukunft von Tauben beurteilen zu lassen, klingt zwar verlockend, ist aber eher unwahrscheinlich. Doch die zuverlässige Rückmeldung der Tauben ist für die Entwicklung in der Medizintechnik von Nutzen. 

ml

 

Martina Lippl

Martina Lippl

E-Mail:martina.lippl@merkur.de

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