Ebola-Training-dpa
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Assistenzärztin Maria Koch (r.) demonstriert in einem Schutzanzug die Funktion einer Isolierstation im Robert-Bosch-Krankenhaus in Stuttgart und wird von einer Krankenpflegerin in einer Dekontaminationsschleuse desinfiziert.

Klinik in Stuttgart

In Isolierstation: Üben für den Ebola-Ernstfall

Stuttgart - Die Ebola-Epidemie in Westafrika wird noch Monate dauern. Für Verdachtsfälle in Deutschland gibt es einige spezielle Isoliereinheiten - auch am Robert-Bosch-Krankenhaus.

In gelben Schutzanzügen gekleidet kümmern sich zwei Ärzte im Stuttgarter Robert-Bosch-Krankenhaus um eine Ebola-Patientin. Konzentriert kontrollieren sie die Werte der Kranken und untersuchen ihren Bauch am Ultraschallgerät.

Was das Fachpersonal im dritten Stock der Klinik durchspielt, soll auf den Ernstfall vorbereiten. „Wir sehen uns gut gewappnet“, sagt Eduard Stange, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie.

Die Isoliereinheit ist eine von acht Stationen in Deutschland, in der ein möglicher Ebola-Kranker behandelt werden kann - und zudem die einzige in Baden-Württemberg. Ihre Einrichtung kostete etwa drei Millionen Euro. „Die Wahrscheinlichkeit eines Ebola-Verdachtsfalles ist relativ hoch“, sagt Chefarzt Stange. Dass es sich am Ende aber tatsächlich um den Erreger handle, sei sehr unwahrscheinlich.

Das gefährliche Virus breitet sich immer weiter in Westafrika aus. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet mehr als 20 000 Infizierte in den nächsten Monaten. Etwa jeder zweite Patient stirbt.

Strenge Kriterien bei Verdachtsfällen

Wenn ein Verdachtsfall nach Deutschland kommt, gelten strenge Kriterien, wie Oberarzt Oliver Müller in Stuttgart erklärt: „Zwischen Flughafen und Krankenhaus darf zu keiner Zeit die Gefahr bestehen, dass das Virus sich verbreitet.“ Der Patient wird in der Isoliereinheit unter Quarantäne gestellt.

Dieser Spezialbereich ist Teil einer Überwachungsstation, auf der sonst Normalbetrieb herrscht. Wenn ein Patient mit Verdacht auf Ebola eintrifft, geht das Team in Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt koordiniert vor. Nach dem „Go“ der Behörde werden Patienten von der Überwachungsstation gebracht.

Die Isoliereinheit sei innerhalb von vier Stunden einsatzbereit, zwei Türen riegelten den Stationsbereich hermetisch ab, so Müller. In zwei Zimmern können je zwei Patienten behandelt werden. „Realistisch gesehen hätten wir aber nur einen Patienten, der Ebola-Symptome aufzeigt, und eine mögliche Kontaktperson“, sagt Müller.

Checklisten für den Ernstfall

Ein Koordinationsteam aus einem Oberarzt und einem Mitarbeiter des Pflegedienstes leitet den Ablauf in einem separaten Kontrollraum. Von dort aus können die beiden über Kameras sehen, was im Patientenzimmer vor sich geht. „Wir haben über Funkgeräte ständigen Kontakt mit den Kollegen“, sagt die Pflegerische Leiterin Katrin Nagel. Das Anlegen der gelben Spezialanzüge dauert etwa zehn Minuten. Welche Schritte wann durchgeführt werden, ist akribisch in einem Plan festgelegt. „Wir haben für alles Checklisten, um eine Routine herzustellen.“

Blut, Leber und Nieren beziehungsweise deren Werte können mit Hilfe von Ultraschall- und Röntgengeräten sowie Mikroskopen im Zimmer des Patienten und im Labor der Isoliereinheit untersucht werden. Für die Virusdiagnostik müssen die Proben nach besonderen Vorgaben verpackt und an einen speziellen Kurier übergeben werden. Dieser bringe die Proben zur Auswertung nach Hamburg zum Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, sagt Müller.

Das Krankenhauspersonal arbeitet nicht länger als drei Stunden in der Isoliereinheit und wird dann ausgewechselt. Im Arbeitsbereich herrscht Unterdruck, damit aus dem Zimmer keine Viren strömen. Im Anzug jedoch sei Überdruck, sagt Nagel. „Man kommt schnell ins Schwitzen. Es fühlt sich an, wie unter einer Plastiktüte.“

Bevor die Ärzte die Einheit wieder verlassen dürfen, müssen sie mit einer Desinfektionslösung in einer Schleuse abgeduscht werden. Das dauert etwa 20 Minuten. Dann haben die erschöpften Spezialisten die Möglichkeit, sich in den angrenzenden Ruheräumen der Überwachungsstation wieder zu erholen.

dpa

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