+
Plastik am Strand von Niendorf (Schleswig-Holstein).

Plastik-Problem

Immer mehr Mikroplastik im Trinkwasser

Plastik ist überall, auch in vielen Kosmetikartikeln. Der Verbraucher Service Bayern (VSB) macht mobil gegen umweltschädliches Mikroplastik in Alltagsprodukten.

Der Verbraucher Service Bayern (VSB) macht mobil gegen umweltschädliches Mikroplastik in Alltagsprodukten.

Zum Weltverbrauchertag am 13. März startet der VSB dazu eine Unterschriftenaktion mit dem Ziel, die Verwendung dieses Materials in Produkten wie Kosmetika, Körperpflege- und Reinigungsmitteln sowie Kleidungsstücken zu verbieten. An der Aufaktveranstaltung in der Beratungsstelle Augsburg, wo zugleich eine Ausstellung zur Vermeidung von Plastikmüll eröffnet wird, nimmt auch Umweltminister Marcel Huber (CSU) teil.

Bis zum Tag der Umwelt am 5. Juni will der VSB Unterschriften sammeln und sie dann der Staatsregierung übergeben. „Der Einsatz von Mikroplastik in Alltagsprodukten stellt eine unnötige Umweltbelastung dar“, erklärt die VSB-Landesvorsitzende Juliana Daum. Die zum Katholischen Deutschen Frauenbund gehörende Einrichtung tritt dafür ein, dass Mikroplastik nicht mehr in die Natur gelangen darf. Bei Gewässer- und Trinkwasseranalysen sollte künftig die Belastung durch Mikroplastik untersucht werden. Zudem seien weitere Forschungen notwendig.

Laut Umweltbundesamt können die weniger als fünf Millimeter kleinen Mikroplastik-Teile von Kläranlagen nicht zurückgehalten werden. Daher geraten sie, etwa beim Waschen von Funktionstextilien, in großen Mengen in die Meeresumwelt. Bei der Zersetzung könnten sie giftige und hormonell wirksame Zusatzstoffe wie Weichmacher, Flammschutzmittel und UV-Filter abgeben.

Zusätzlich verbinden sich die Mikroplastik-Teile im Wasser mit weiteren Schadstoffen wie Pestiziden. Da sie von Meerestieren aufgenommen werden, erreichen potenziell krebserregende und erbgutverändernde Stoffe über den Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten schließlich wieder den Menschen.

Immer mehr Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP)

Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) setzt sich für ein Verbot von Mikroplastik und anderen Kunststoffformen in Reinigungs- und Kosmetikartikeln ein.  Verbraucher sollten auf Produkte mit Mikroplastik verzichten.

Kunststoffe und ihre Abkürzungen

  • PE Polyethylen
  • PP Polypropylen
  • PET Polyethylenterephthalat
  • PES Polyester (Polyester-1; Polyester-11)
  • PA Polyamid (Nylon-12; Nylon-6; Nylon-66)
  • PUR Polyurethan (Polyurethan-2; Polyurethan-14; Polyurethan-35)
  • EVA Ethylen-Vinylacetat-Copolymere
  • PI Polyimid (Polyimid-1)
  • ANM Copolymere von Acrylnitril mit Ethylacrylat/Copolymere von anderen Acryla ten

KNA/ml

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zika-Virus: Dieser Wald trägt seinen Namen 

Vor dem Ausbruch in Lateinamerika hat kaum ein Mensch je von Zika-Viren gehört. Entdeckt wurden sie aber schon vor Jahrzehnten: an einer Forschungsstation in Uganda. Ein …
Zika-Virus: Dieser Wald trägt seinen Namen 

Bauchwandbrüche verursachen nicht unbedingt Beschwerden

Wer schwache Bauchmuskeln hat, ist gefährdet, einen Bauchwandbruch zu erleiden. Dieser wird jedoch meist nur durch Ertasten erkannt. Vielen Betroffenen wird eine …
Bauchwandbrüche verursachen nicht unbedingt Beschwerden

Die richtige Klettertechnik lernen

Wer klettert, braucht vor allem kräftige Arme? Dass das nicht stimmt, erfahren Anfänger schnell. Denn an der Kletterwand sind Koordination, Köpfchen und die richtige …
Die richtige Klettertechnik lernen

Behälter für Kontaktlinsen regelmäßig desinfizieren

Wer Kontaktlinsen trägt weiß: Mit den Linsen sollte man behutsam umgehen, um Dreck im Auge zu vermeiden. Doch auch die dafür vorgsehenen Behälter müssen regelmäßig …
Behälter für Kontaktlinsen regelmäßig desinfizieren

Kommentare