Eine Hornhautverkrümmung lässt sich auch mit Kontaktlinsen ausgleichen. Ohne Korrektur verzerrt sich bei Betroffenen das Bild. Foto: Franziska Gabbert
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Eine Hornhautverkrümmung lässt sich auch mit Kontaktlinsen ausgleichen. Ohne Korrektur verzerrt sich bei Betroffenen das Bild. 

Verzerrte Welt

Hornhautverkrümmung ist kein Grund zur Panik

Irgendwie will das Bild einfach nicht scharf werden: Viele Menschen haben eine Hornhautverkrümmung. Sie macht sich beim Sehen durchaus bemerkbar - auch wenn einige gar nicht wissen, dass sie betroffen sind. Doch die Verkrümmung muss das Sehen nicht einschränken.

Viele wissen gar nicht, dass sie eine Hornhautverkrümmung haben. Dabei klingt das Wort bedrohlich, als wäre ein wichtiger Teil des Auges irgendwie defekt.

"Ich glaube, das ist in der Bevölkerung ein Begriff, der viele verunsichert", sagt Stefan Bandlitz von der Höheren Fachschule für Augenoptik in Köln. Doch eine Hornhautverkrümmung ist kein Grund zur Sorge. "Das ist etwas ganz Normales", erklärt Bandlitz.

"Eine Normvariante." Oft wird der Astigmatismus - das ist der Fachbegriff - automatisch beim Optiker mit der Brille korrigiert, ohne dass der Brillenträger davon erfährt.

Ohne eine Korrektur sehen Betroffene nicht scharf. Während Kurzsichtige verschwommen sehen, verzieht sich das Bild bei einer Hornhautverkrümmung. Prof. Thomas Kohnen von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft vergleicht das mit einem Verzerrspiegel.

Das liegt daran, dass durch die je nach Richtung unterschiedliche Krümmung der Hornhaut die ins Auge einfallenden Lichtstrahlen auf der Netzhaut nicht zu einem Punkt gebündelt werden.

Stattdessen werden sie an manchen Stellen stärker gebündelt und an anderen schwächer - sie werden ungleich gebrochen. Schließlich werden sie als Linie - als Stab - abgebildet. Früher nannte man daher den Astigmatismus Stabsichtigkeit.

Prof. Michael Knorz vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlandsbeschreibt die Form der Hornhaut als amerikanischen Football. "Die Hornhaut sieht nicht aus wie eine Kugel, sondern ist verkrümmt." Astigmatismus ist in der Regel angeboren und vererbbar.

Je schwächer die Verkrümmung ist, desto weniger spüren sie Betroffene beim Sehen. Knorz schätzt, dass sie die Verkrümmung erst ab einem Wert von 0,75 Dioptrien wahrnehmen.

Betroffene müssen den Astigmatismus nicht zwingend mit einer Brille oder Kontaktlinsen ausgleichen. "Wenn sie es machen, sehen sie allerdings besser", erklärt Prof. Knorz. Wer sich für eine Brille entscheidet, bekommt dann sogenannte torische Brillengläser.

Die können sich im Preis bemerkbar machen. "Es ist wie bei einem Anzug oder einem Kleid nach Maß", erklärt Prof. Knorz. "In dem Moment, wo die Ansprüche höher werden, wird es auch ein bisschen teurer."

Hornhautverkrümmung: Brille oder Kontaktlinsen? 

Betroffene können den Astigmatismus auch mit Kontaktlinsen ausgleichen. Das Gerücht, mit einer Hornhautverkrümmung seien Kontaktlinsen tabu, ist heute noch weit verbreitet. "Das liegt auch daran, dass man Kontaktlinsen früher nicht so speziell fertigen konnte", erklärt Stefan Bandlitz.

Heute ist das anders. Je stärker die Verkrümmung, desto besser eignet sich sogar eine Kontaktlinse. Denn im Gegensatz zum Brillenglas, das einen gewissen Abstand zum Auge hat, sitzt die Linse direkt an der Stelle, wo der Sehfehler entsteht.

Wer die Verkrümmung mit einer Brille oder Kontaktlinse ausgleicht, verbessert oder verschlechtert den Wert auf Dauer nicht. "Er bleibt im Verlauf des Lebens relativ konstant", sagt Kohnen. Kleinere Schwankungen sind aber möglich. Verschlechtert sich der Wert stark, sollten Betroffene misstrauisch werden.

Es kann sich um die seltene Krankheit Keratokonus handeln. Hier dünnt sich die Hornhaut immer weiter aus.

dpa/tmn

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