Janne Antin, HIV positiv, Finne, Helsinki
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Auf einem belebten Platz in Helsinki bittet der Finne Janne Antin um eine Umarmung. Er ist HIV-positiv. Ein Video zeigt die Reaktionen der Passanten.

Ungewöhnliches Experiment

Video: HIV-Positiver fordert auf der Straße eine Umarmung

Helsinki - Janne Antin ist HIV-positiv. In Helsinki wagt der Finne ein ungewöhnliches Experiment: Er bittet Passanten um eine Umarmung. Die Reaktionen rühren ihn zu Tränen.

HIV ist eine Krankheit, mit der man heutzutage dank Medikamenten ein relativ normales Leben führen kann. Was die Medizin aber nicht bekämpfen kann, ist die soziale Ausgrenzung der Infizierten. Der Finne Janne Antin ist HIV-positiv. Er kennt das Problem. Mit einem ungewöhnlichen Experiment in Helsinki will er auf die Vorurteile aufmerksam machen, die vielen HIV-Infizierten entgegen gebracht werden.

Janne Antin positioniert sich auf einen großen Platz in Helsinki. Neben sich stellt er selbst geschriebene Schilder, auf denen in Englisch und Finnisch steht: "Ich bin HIV positiv. Berühre mich!" Mit ausgebreiteten Armen wartet er auf die Reaktionen der Passanten. Ein Fernsehsender filmt die Reaktionen. Die ersten Passanten sind zunächst zurückhaltend, schauen skeptisch und berühren ihn im besten Fall nur kurz. Doch dann fangen einige Leute an, ihn zu umarmen. Der Finne ist überwältigt, kann seine Tränen nicht zurückhalten und beginnt zu weinen.

Umarmung birgt keine Ansteckungsgefahr

HIV wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Ein Infektionsrisiko besteht dann, wenn infektiöse Körperflüssigkeiten mit Wunden oder Schleimhäuten in Berührung kommen. Am häufigsten wird HIV beim ungeschützten Geschlechtsverkehr weitergegeben. Keine Ansteckungsgefahr besteht dagegen beispielsweise bei einem Händedruck oder einer Umarmung, beim Anhusten und Anniesen, der Benutzung des selben Essgeschirrs oder beim Zusammenarbeiten mit HIV/Aids-Patienten.

Laut dem Robert-Koch-Institut lebten 2013 in Deutschland rund 80.000 Menschen mit dem Virus. Häufigste Infektionsgründe sind gleichgeschlechtlicher Sex zwischen Männern, heterosexuelle Kontakte (65) und Kontakte im Drogenmilieu. Weltweit gibt es Bemühungen, die Zahl der HIV-Neuinfektionen einzudämmen.

Sehen Sie hier das Video von Janne Antin

dor

Sebastian Dorn

Sebastian Dorn

E-Mail:sebastian.dorn@merkur.de

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