Arzt misst Blutdruck bei einem Patienten
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Jeder zehnte Versicherte hat nach eigenen Angaben Probleme damit, Anweisungen des Arztes oder Apothekers zur Einnahme der verschriebenen Medikamente zu verstehen.

AOK-Umfrage

Anweisung des Arztes für Patienten oft ein Rätsel

Vorsorge, Medikamente oder Therapien - viele Deutsche wissen zu wenig über Gesundheit, so lautet das Ergebnis des WIdOmonitors des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO). Woran das liegt?

Mehr als ein Viertel der gesetzlich Krankenversicherten fällt es schwer, Informationen über Krankheitssymptome zu finden. Etwa jeder Siebte hat außerdem Probleme damit, seinen Arzt zu verstehen, wie eine am Dienstag in Berlin veröffentlichte Umfrage des wissenschaftlichen Instituts der AOK (Wido) zeigt. Allerdings haben die meisten Versicherten (rund 85 Prozent) damit keine Schwierigkeiten.

Wie die Umfrage weiter zeigt, ist es für vier von zehn Befragten schwierig, an Informationen über Hilfen bei psychischen Problemen wie Stress oder Depressionen zu gelangen. Zwölf Prozent wissen zudem nicht, warum sie Vorsorgeuntersuchungen wie zum Beispiel die Krebsfrüherkennung brauchen. Für die große Mehrheit (rund 86 Prozent) ist der Sinn solcher Präventionsangebote allerdings klar, Frauen noch mehr als Männern.

Was kann ich für die eigene Gesundheit tun?

Weiterhin kann jeder Fünfte nur schwer beurteilen, welche Alltagsgewohnheiten wie Ernährung, Trinkverhalten oder Bewegung mit der eigenen Gesundheit zusammenhängen.

Jeder zehnte Versicherte hat nach eigenen Angaben Probleme damit, Anweisungen des Arztes oder Apothekers zur Einnahme der verschriebenen Medikamente zu verstehen. Mehr als jeder Dritte kann außerdem nur schwer beurteilen, wann eine Zweitmeinung von einem anderen Arzt eingeholt werden sollte. Offenbar falle es vielen Versicherten schwer, hinsichtlich ihrer eigenen Gesundheit eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen, heißt es in der Studie.

Bei der eigenen Gesundheitskompetenz liegt Deutschland damit im Vergleich zu einer ähnlichen Studie in anderen europäischen Ländern zurück. Während im EU-Schnitt knapp 48 Prozent Defizite haben, sind dies in Deutschland fast 60 Prozent.

Weniger kompetente Menschen verhalten sich laut AOK aber nicht nur risikoreicher und nehmen Angebote zur Prävention und Früherkennung zu wenig in Anspruch. Sie verhalten sich auch weniger oft therapietreu und gefährden den Heilungserfolg, haben ein höheres frühzeitiges Sterberisiko und verursachen höhere Behandlungskosten. Nach Schätzungen belaufen sich die höheren Ausgaben für das Gesundheitssystem allein für Deutschland auf bis zu 15 Milliarden Euro.

Insgesamt befragte das Sozialwissenschaftliche Umfragezentrum der Universität Duisburg-Essen zwischen dem 9. Dezember 2013 und 30. Januar 2014 mehr als 2000 Versicherte.

AFP

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