"Verschwindend gering": Die Übertragungs-Gefahr des Zika-Virus durch die Asiatische Tigermücke sei in Deutschland sehr unwahrscheinlich, sagt ein Virologe der Universität Bonn. Foto: Dr. Erik Lattwein/EUROIMMUN AG/dpa
+
"Verschwindend gering": Die Übertragungs-Gefahr des Zika-Virus durch die Asiatische Tigermücke sei in Deutschland sehr unwahrscheinlich, sagt ein Virologe der Universität Bonn.

Überträgt die Tiger-Mücke den Virus?

Virologe: Gefahr durch Zika-Virus in Deutschland sehr gering

Noch ist nicht bewiesen, dass die Asiatische Tigermücke das Zika-Virus in Deutschland überträgt. Das müssen die Versuche erst zeigen. Aber diese Mückenart gibt es hier nicht so häufig.

Der Virologe Christian Drosten hält die Übertragungs-Gefahr des Zika-Virus durch die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) in Deutschland für "verschwindend gering".

Nur geringes Vorkommen Tiger-Mücke in Deutschland

Außerdem fehle der fundierte Nachweis, dass die Mücke das Virus übertragen kann. Es sei bekannt, dass die Tigermücke andere eingeschleppte Viren übertragen könne. Aber bisher sei es noch nie dazu gekommen, sagte der Virologe an der Universität Bonn.

"In Südeuropa halte ich die Gefahr für größer, aber auch nicht für groß", sagte Professor Drosten. In den gemäßigten Breiten gebe es kein Zika-Virus. Selbst wenn sich das Virus für kurze Zeit und begrenzt in Südeuropa verbreiten sollte, sei es unwahrscheinlich, dass es sich dort richtig ansiedele und auch im nächsten Jahr wieder auftauche. Dann hätte man auch schon andere Viren dort beobachten müssen, zum Beispiel das Dengue-Virus. "Da ist es nur zu kleinen, lokal begrenzten Übertragungen gekommen. Aber das ist dann nicht über den Winter weitergegangen", sagte der Wissenschaftler.

Bisher sei auch überhaupt nicht nachgewiesen, dass die Asiatische Tigermücke das Zika-Virus übertragen kann. In einem Laborversuch sehe es zwar so aus, als könne die Tigermücke (Aedes albopictus) infiziert werden. Die Datenlage dieses Versuchs reicht aus seiner Sicht aber nicht für eine eindeutige Aussage.

In den nächsten Wochen und Monaten würden zu dieser Frage Experimente in verschiedenen Laboren gemacht. "Es wird darum gehen, ob europäische Moskitos unter realistischen Bedingungen infiziert werden können und das Virus dann weitergeben", sagte Drosten.

Ein anderer Weg seien Feldbeobachtungen an den Grenzen zu Gebieten, in denen das Zika-Virus von der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) übertragen wird. Falls es eine scharfe Verbreitungsgrenze gebe, dann müsse man untersuchen, warum das Virus die eine Mücke befallen könne, aber nicht die andere, sagte Drosten.

Zika-Infektionen nach Geschlechtsverkehr?

dpa

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Darum schmerzt Ihr Kopf beim Eisessen  

Vanille, Schokolade oder Mango - an der Eisdiele gibt es eine Riesen-Auswahl. Klar, bestimmte Sorten sind kleine Kalorienbomben und machen dick. Doch das Eisessen kann …
Darum schmerzt Ihr Kopf beim Eisessen  

OPs zur Gewichtsreduktion nehmen drastisch zu

Die Zahl der chirurgischen Operationen zur Behandlung von krankhaftem Übergewicht in deutschen Krankenhäusern ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.
OPs zur Gewichtsreduktion nehmen drastisch zu

Wie viel Eisen der Körper braucht

Blässe, Abgeschlagenheit, brüchige Fingernägel - das können Hinweise auf einen Mangel an Eisen im Körper sein. Wer solche Symptome an sich feststellt, sollte keineswegs …
Wie viel Eisen der Körper braucht

Nach dem Urlaub abgespannt: Anzeichen für eine Lebererkrankung

Unerklärliche Konzentrationsschwäche und große Müdigkeit nach der Urlaubsreise? Eine Lebererkrankung könnte hierfür die Ursache sein - vor allem nach einem Urlaub im …
Nach dem Urlaub abgespannt: Anzeichen für eine Lebererkrankung

Kommentare