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Nach dem Auftreten der Vogelgrippe haben Verbraucher schon bei einem Spiegelei ein mulmiges Gefühl.

Grund zur Sorge?

Ist das Vogelgrippe-Virus H5N8 gefährlich?

Das Auftreten der Vogelgrippe in Europa beunruhigt nicht nur Geflügelzüchter, sondern auch Verbraucher. Ist das Virus für uns Menschen gefährlich? Hier gibt es die wichtigsten Fragen und Antworten.

Bei einer durch den Erreger H5N1 ausgelösten Epidemie 2003 und in den Folgejahren steckten sich weltweit rund 600 Menschen an; zahlreiche Infizierte starben. Ist das jetzige Virus H5N8 weniger gefährlich? - Fragen und Antworten rund um das Thema.

Ist H5N8 gefährlich für Menschen?

Bisher ist weltweit noch kein Mensch mit dem Virus H5N8 infiziert worden, auch nicht in Südkorea, wo es bereits 30 Ausbrüche in Geflügelbeständen gegeben hat. Das sagte die Pressesprecherin des bundesweit zuständigen Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems bei Greifswald, Elke Reinking. „Es sieht so aus, dass H5N8 nicht so leicht auf den Menschen übertragbar ist, was eine gute Nachricht ist.“

Wie kam das Virus in europäische Geflügelställe - über Wildvögel oder den internationalen Handel mit Tierprodukten?

Das wird noch untersucht. „Wir schauen ergebnisoffen in alle Richtungen“, sagte Reinking. „Bisher gibt es keine Belege für eine Verbindung der Ausbrüche in Europa mit Waren- oder Tiertransporten. Das wurde und wird auch noch weiter geprüft.“

Der Fund der infizierten Wildente auf Rügen am vergangenen Wochenende stütze eher die Hypothese, dass Wildvögel an der Übertragung beteiligt sind. Der Ornithologe Franz Bairlein von der Vogelwarte Helgoland hält den internationalen Handel nach wie vor für eine Möglichkeit der Übertragung: „Die Wahrscheinlichkeit, dass die Vogelgrippe über einen Wildvogel übertragen wurde, ist nicht größer, als dass es über internationale Tierprodukte erfolgt ist.“

Wie kann das Vogelgrippe-Virus aus Asien nach Europa gelangen - wo doch auf dem Weg hierher keine Ausbrüche bekanntgeworden sind?

Krickenten - die infizierte Wildente auf Rügen war eine solche - brüten bis nach Sibirien hinein. Der Zug aus den Brutgebieten in Richtung Westen passe ganz gut ins Bild, sagte Reinking. Es sei durchaus vorstellbar, dass Vögel, die bis nach Europa flogen, sich in Sibirien bei Vögeln aus Asien infiziert haben. Es könne aber auch sein, dass unterwegs wiederum andere Vögel angesteckt wurden, die das Virus weiter trugen. „Das ist noch ein weißer Fleck.“ Anders als das Virus H5N1 mache H5N8 die Wildvögel offenbar nicht krank, weshalb es keine Berichte über Massensterben an Rastplätzen zwischen Sibirien und Europa gebe. Das war bei H5N1 anders.

Woran arbeiten die Wissenschaftler aktuell in Sachen H5N8?

Im Friedrich-Loeffler-Institut wird gerade an einer Risikobewertung für Geflügelbestände gearbeitet, sagte Reinking. Auch suchten die Wissenschaftler immer noch nach dem genauen Weg, den das Virus in die Putenmast in Heinrichswalde (Landkreis Vorpommern-Rügen) genommen hat. Dort gab es Anfang November den ersten Ausbruch der Geflügelpest mit dem derzeit grassierenden Virus H5N8 in Europa. Rund 30.000 Puten mussten getötet werden, nachdem 2000 an der Krankheit verendet waren.

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dpa

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