Nur wenn die Füllung locker in der Hülle liegt, kann sich das Kissen ideal an die schmerzende Stelle anschmiegen. Foto: Andrea Warnecke
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Nur wenn die Füllung locker in der Hülle liegt, kann sich das Kissen ideal an die schmerzende Stelle anschmiegen. Foto: Andrea Warnecke

Wärmepolster bei Verspannungen: Heilkissen richtig anwenden

Bochum (dpa/tmn) - Wenn der Nacken verspannt ist, hilft oft Wärme gegen die Beschwerden. Jedoch ist eine Wärmflasche in solchen Fällen wegen ihrer unflexiblen Form eher unpraktisch. Besser geeignet sind sogenannte Heilkissen, die mit Kernen oder Körnern gefüllt sind.

Beim Kauf eines Heilkissens sollten Verbraucher darauf achten, dass es nicht zu prall mit Körnern oder Kernen gefüllt ist. Sonst kann es sich nicht ideal an den Körper anpassen. Darauf weist der Bundesverband selbstständiger Physiotherapeuten (IFK) hin. Die Kissen sind vielseitig verwendbar: Als Wärmespeicher können sie zum Beispiel bei Muskelbeschwerden wie Verspannungen, Krämpfen oder Muskelkater helfen. Sie steigern die Durchblutung und haben eine muskelentspannende Wirkung. Außerdem gibt es spezielle Körnerkissen für den Schlaf. Diese fallen größer aus und haben die Form klassischer Schlafkissen.

Bei den Heilkissen wird zwischen Körnerkissen und Kernkissen unterschieden. Sie haben verschiedene Füllungen: Körnerkissen sind mit Getreidearten wie Dinkel, Roggen oder Weizen gefüllt, Kernkissen haben eine Füllung zum Beispiel aus Kirschkernen oder Traubenkernen. Neuerdings sind ergänzend Heilkissen mit einer Füllung aus Raps- oder Leinsamen auf dem Markt verfügbar, erläutert der IFK. Beim Kauf sollten auch Kriterien wie Geruch und Komfort eine Rolle spielen. Auch die Eigenschaften der Wärme- und Kältespeicherung der Kissen variieren je nach Füllung.

Nicht anwenden sollte man die Wärmeträger bei sogenannten Kontraindikationen für Wärme, etwa bei lokalen Entzündungen, rät der Verband. Auch bei Fieber ist der Einsatz nicht immer sinnvoll, da es sich um eine bewusste Abwehr-Reaktion des Körpers zur Infekt-Bekämpfung handelt. Bei Beschwerden wie Verstauchungen, Prellungen oder lokaler Überhitzung können Verbraucher die Kissen als Kältespeicher verwenden.

Ein Vorteil der Kissen liegt darin, dass sie ein Naturprodukt sind. Während Wärmflaschen aus Gummi bei direktem Hautkontakt den Körper mit Chemikalien belasten können und eher die Gefahr der Verbrennung besteht, wirken Körnerkissen ganz natürlich, erklärt der IFK. Beim Erwärmen der Kissen wird außerdem Feuchtigkeit aus den Körnern freigesetzt. Die Anwendung mit feuchter Wärme garantiert, dass diese tiefer eindringt als zum Beispiel die einer Wärmflasche. Aufgewärmt werden die Kissen bei etwa 100 Grad im Backofen oder kurz in der Mikrowelle.

Gerade bei Kindern kann es sinnvoll sein, eine Wärmflasche durch ein Heilkissen zu ersetzen. Bei Bedarf können die Kissen weniger stark erhitzt werden und sind somit ein sicherer Wärmeträger. Außerdem sind die Kissen aufgrund ihrer besonderen Haptik und der Geräusche für Kleinkinder weitaus interessanter als Wärmflaschen.

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