ARCHIV - Ein Mann wäscht sich am 30.04.2009 in Frankfurt/Main mit Wasser und Seife die Hände. Foto: Marius Becker/dpa (zu dpa "Am 15. Oktober: Welttag des Händewaschens" vom 14.10.2015) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Mit dem Händewaschen nehmen es viele Menschen nicht allzu genau. Ein Fehler! Die Hände sind die häufigsten Überträger von Krankheitserregern.

Wasser allein reicht nicht

Händewaschen: Die acht wichtigsten Fakten 

Mit dem Händewaschen nehmen es viele Menschen nicht allzu genau. Männer legen wenig Wert darauf. Ein Fehler! Auf den Hände tummeln sich Krankheitserreger. Die wichtigsten Fakten zum Thema Händewaschen.

Ob beim Naseputzen, beim Toilettengang oder beim Streicheln eines Tieres unsere Hände kommen mit Keimen und Bakterien in Kontakt. Krankheitserreger haben dann ein leichtes Spiel und gelangen von Hand zu Hand. Händewaschen kann diese Übertragungskette unterbrechen. Gerade wenn die erste Erkältungswelle und Grippesaison beginnt, ist Hygiene ein wichtiger Schutz vor einer Infektion.

Doch, wenn es um das Thema Händewaschen geht, hätten die Deutschen insgesamt durchaus Nachholbedarf, sagen Experten am heutigen Welttag des Händewaschens. Damit sich das ändert, haben wir hier die wichtigsten Fakten zusammengestellt.

1. Handkuss oder Händedruck

Ein Handkuss ist zur Begrüßung wohl genauso wenig ratsam wie ein Händedruck: Viele Menschen nehmen es beim Händewaschen nicht allzu genau. Experten sehen am heutigen Welttag des Händewaschens beim Reinigungsverhalten noch Luft nach oben – auch in Deutschland.

2. Männer oder Frauen

Zumindest beim Händewaschen kann von Gleichstellung noch nicht die Rede sein: Frauen gaben in einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) „signifikant häufiger“ als Männer an, sich die Hände zu waschen. Ergebnis: Nicht einmal jeder dritte Mann benutzt dort Wasser und Seife – dafür aber 64 Prozent der Frauen.

3. Was hilft gegen Händewasch-Muffel

Hinweisschilder können die Hygiene erhöhen – zumindest bei Männern. An einer US-Universität brachten Forscher auf der Herrentoilette Schilder mit der Aufschrift an: „Vier von fünf Männern waschen sich ihre Hände“. Darauf stieg die Zahl der Händewascher sogar von 77 auf 86 Prozent, so die Forscher damals im Fachblatt „Human Communication Research“.

4. Keime

Im Normalfall sind auf der Hand 100 Keime pro Quadratzentimeter, wie der Ärztliche Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene, Ernst Tabori, erklärt. Er betont aber: „Nicht die Zahl, sondern die Art der Keime ist entscheidend, ob wir krank werden.“ Gefährlich seien Erreger, die Krankheiten beim Menschen auslösen könnten. Übrigens: „Die Küche ist der Hotspot für Infektionen – vielmehr als das Bad“, sagt der Facharzt. Ihm zufolge finden sich auf dem Toilettensitz bis zu 300 Keime pro Quadratzentimeter. Auf dem Spülbecken sind es rund 30 000.

5. Händewaschen: Wann oder wie oft?

 „Nicht die absolute Häufigkeit des Händewaschens ist entscheidend, sondern der Anlass“, erklärt Andrea Rückle, BZgA-Referentin für Infektionsschutz. Das heißt: nach dem Toilettengang, vor und nach dem Essen, nach Kontakt mit Tieren und bei der Rückkehr nach Hause.

6. Wie lange soll der Waschgang dauern?

20 bis 30 Sekunden sind nötig. Daran halten sich aber die wenigsten Menschen: Eine BZgA-Umfrage ergab 2013, dass nur 38 Prozent der Deutschen 20 Sekunden lang durchhalten. Und: Nur Wasser allein reicht nicht, weiß Rückle. „Viele Menschen halten die Hände nur kurz unter laufendes Wasser. Das bringt allerdings wenig.“ Übrigens: Der Daumen wird besonders häufig vergessen.

7. Keimquellen

Selbst das gründlichste Händewaschen machen manche Keimquellen schnell wieder zunichte: Die Türklinke vom Bad ist tatsächlich so gefährlich wie ihr Ruf. „Und zwar dann, wenn sich der Vorgänger nicht die Hände gewaschen hat“, erklärt Rückle. Auch die Spültaste der Toilette könne eine Quelle für Erreger sein – etwa wenn jemand anderes eine Magen-Darm-Infektion habe.

8. Ist Händchenhalten gefährlich?

„Für Romantik haben Bakterien nicht so wahnsinnig viel übrig“, sagt Tabori. Aber: „Deswegen sollte man nicht auf Händchenhalten verzichten.“ Wäre Küssen angesichts dreckiger Hände ratsamer? „Mit dem Mund fassen wir seltener etwas Schmutziges an“, räumt der Hygiene-Experte ein. „Zu sagen, dass man deswegen jemanden mit Küsschen begrüßen muss – soweit würde ich nicht gehen.“

mm/dpa/ml

Martina Lippl

Martina Lippl

E-Mail:martina.lippl@merkur.de

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