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Eine Hock-Toilette.

Weltklotag: Kuriose Fakten zum stillen Örtchen

Können wirklich giftige Spinnen aus dem Klo krabbeln?

München - Endlich wird eine lebenswichtige Tätigkeit geehrt: Am 19. November ist Welttoilettentag. Wir sprechen selten über unseren Klogang und wundern uns über kulturelle Unterschiede.

Am 19. November ist Welttoilettentag. Hurra, auch das stille Örtchen wird bedacht. Obwohl: In der Öffentlichkeit wird der Toilettenbesuch sehr selten angesprochen. Dabei verbringt der Mensch rund drei Jahre seines Lebens auf dem Klo.

Viel erschreckender ist die Tatsache, dass rund 2,5 Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zu sanitären Anlagen haben. In Deutschland sind es in etwa 330.000 Wohnung ohne WC, Bad und Dusche. Um auf diese hygienische Katastrophe hinzuweisen, hat die UN den Welttoilettentag ausgerufen.

Helpling.com, eine Vermittlerfirma für Reinigungsdienste, hat ein paar kuriose Fakten zum stillen Örtchen und den kulturellen Unterschieden zur Verfügung gestellt.

Australien beispielsweise ist das Land der Toilettenmythen: Entgegen der weitläufigen Meinung dreht sich beim Spülen der Toilette das Wasser auf der südlichen Halbkugel nicht in eine andere Richtung als in Europa. Die Corioliskraft sorgt zwar dafür, dass sich Hurrikans auf der Nordhalbkugel in eine andere Richtung drehen als auf der Südhalbkugel. Im kleineren Maßstab bei Toiletten habe das aber keine Auswirkungen.

Der zweite Mythos, dass giftige Spinnen den Gang zum WC zum unerwarteten Abenteuer machen, ist nur bedingt richtig. Dagegen hilft: Vor dem Geschäft einen kurzen Blick in die Schüssel oder einen Lufterfrischer mit Zitronenduft einsetzen, den können Spinnen nicht leiden.

Welttoilettentag: Hocke in Asien, Wasser in Arabien

In China, Indien und anderen asiatischen Ländern müssen Klobesucher in die Hocke gehen. Das ist möglicherweise ungemütlich, hat aber die Vorteile, dass asiatische Toilettennutzer aufgrund der 'natürlicheren Haltung' seltener Darmerkrankungen haben und keine Bakterien von Klobrillen übertragen werden können.

Wasser marsch heißt es hingegen im arabischen Raum und Nahen Osten. In diesen Ländern wird kein Klopapier verwendet. Stattdessen gibt es einen kleinen Wasserschlauch, mit dem man sich nach dem Toilettengang säubern kann. Auch in Asien und sogar manchen Teilen Europas ist das üblich. Teile der muslimischen Welt halten sich an bestimme Hygienevorschriften, den Qadaa al-Haajah. Diese besagen auch, dass der Intimbereich nach dem Stuhlgang mit Wasser gesäubert werden muss.

In Singapur gelten jedoch ganz andere Gesetze: Wer im asiatischen Land auf einer öffentlichen Toilette vergisst zu spülen, der hat ein Problem: Es kann bis zu 150 Dollar Strafe kosten. Singapur hat dafür extra zivile Polizisten eingestellt, die stichprobenartig die öffentlich zugänglichen Toiletten kontrollieren. Im wahrsten Sinne des Wortes ein Sch...-Job.

Welttoilettentag: Italiener sind sehr kreativ

Bei der Spülung muss man in lateinamerikanischen Ländern und auch anderen Nationen wie Griechenland besonders aufpassen. Denn: Toilettenpapier darf nicht ins Klo geworfen werden, da die schmalen Rohre leicht verstopfen. Stattdessen wirft man die Reste in einen Mülleimer. Besonders wichtig ist dabei, dass dieser einen Deckel hat und täglich geleert und regelmäßig gereinigt wird.

In Europa gibt es ebenfalls große Unterschiede. In Schweden teilen sich Männer und Frauen öffentliche Toiletten, das Land geht damit als Vorreiter in Sachen Gleichstellung der Geschlechter voran. Überrascht werden Touristen in Italien. Die Italiener sind Kreativmeister in Sachen Spülmethoden: Knopf an der Wand, Sensorspüle, Fußpedal, Schnur an der Decke, versteckter Hebel hinter dem Klodeckel. Nahezu nichts lassen die Südeuropäer aus.

Innovativ war auch der Torjubel einer isländische Fußballmannschaft. Das Ergebnis sehen Sie im untenstehenden Video.

Michael Sapper

Michael Sapper

E-Mail:michael.sapper@merkur.de

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