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Weniger Kranke stehen auf den Wartelisten für ein Spenderorgan.

Zeitung berichtet

Weniger Menschen auf Wartelisten für Spenderorgan

München - Die Zahl der Patienten, die auf ein Spenderorgan warten, ist deutlich zurückgegangen. Das hat nicht nur mit dem Organspendeskandal zu tun.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung vom Dienstag haben deutsche Transplantationszentren im vergangenen Jahr nur 10.800 Menschen für die Warteliste bei der Stiftung Eurotransplant gemeldet. In den vergangenen Jahren standen durchweg noch rund 12.000 Patienten auf der Liste.

Einen Rückgang gibt es laut SZ vor allem bei Lunge und Leber: Im vergangenen Jahr warteten rund 30 Prozent weniger Patienten auf entsprechende Spenderorgane als noch 2009. Bei der Lunge entscheiden seit kurzem Messwerte der Körperfunktionen und weniger die Ärzte darüber, ob ein Patient überhaupt gelistet werden darf. Und durch den Organspendeskandal waren Lebertransplantationszentren in die Schlagzeilen gekommen. An mehreren deutschen Unikliniken waren die Wartelisten bei der Vergabe von Spenderlebern manipuliert worden.

Zudem wurde Kritik laut, dass zuletzt viel zu kranke Patienten transplantiert wurden. Viele starben schon im ersten Jahr nach der Transplantation.

Wesentlichen Gründe für die schrumpfende Warteliste vermuten Experten etwa von Eurotransplant bei den Ärzten. Diese wägen offenbar stärker ab, bevor sie einen Patienten dort aufnehmen. Mitunter entscheiden sie, gesünderen Patienten eine andere Behandlung anzubieten als die belastende Transplantation. Schwerstkranke Patienten wiederum würden seltener gelistet, weil sie auch mit einem neuen Organ oft nur geringe Überlebenschancen haben. "Es wird jetzt über jeden einzelnen Patienten ausführlich diskutiert", sagte Eurotransplant-Präsident Bruno Meiser der Zeitung.

Zudem entscheiden seit dem Transplantationsskandal nicht mehr einzelne Ärzte über die Aufnahme auf die Warteliste, sondern Teams von mindestens drei Medizinern. Der Vorsitzende der Ethikkommission der Deutschen Transplantationsgesellschaft, Richard Viebahn, sagte der "SZ" auch, dass manche Patienten selbst auf die Aufnahme in die Liste verzichten.

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Nach dem Organspendeskandal in Deutschland waren die Spenderzahlen dramatisch eingebrochen. Bislang ist noch keine Trendwende in Sicht.

AFP

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