Nicht selten ist das Blut in den Beinen nicht richtig im Fluss. Viele Betroffene haben ständig kalte Füße oder Wadenkrämpfe. Foto: Monique Wüstenhagen
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Nicht selten ist das Blut in den Beinen nicht richtig im Fluss. Viele Betroffene haben ständig kalte Füße oder Wadenkrämpfe. 

Wenn das Blut stockt: Störungen ernst nehmen

Nicht immer sind Durchblutungsstörungen harmlos. Im schlimmsten Fall sind sie Vorboten einer lebensgefährlichen Erkrankung. Vorbeugend kann jedoch oft viel getan werden, damit das Blut ungehindert durch den Körper fließen kann.

Die Zehen oder Finger sind ganz weiß und kribbeln: Das kann ein Alarmsignal für eine Durchblutungsstörung sein. Treten solche Symptome nur gelegentlich auf, klingen aber schnell wieder ab, muss man sich keine Sorgen machen.

"Häufen sich jedoch solche Beschwerden, sollten Betroffene zur Abklärung der Ursachen einen Arzt aufsuchen", rät der Hamburger Mediziner Wolfgang Wesiack. Er ist Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten.

Durchblutungsstörungen kann jeder bekommen. Sie treten nicht nur bei Älteren auf, sondern auch bei Menschen mit ungesunder Lebensweise. Wenn das Blut etwa durch verengte oder verstopfte Arterien nicht frei im Körper zirkulieren kann, werden Gewebe und Organe nicht ausreichend mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt. "Zu Durchblutungsstörungen kann es an vielen Stellen im Körper kommen", erläutert die Apothekerin Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbande (Abda) in Berlin.

Der Hamburger Mediziner Wolfgang Wesiack ist Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten. 

Durchblutungsstörungen sind Erkrankungen der arteriellen oder der venösen Gefäße - oder beides. Nicht selten ist das Blut in den Beinen nicht richtig im Fluss. Viele Betroffene haben ständig kalte Hände und Füße oder Wadenkrämpfe. Durchblutungsstörungen kommen aber auch in der Herzgegend oder im Gehirn vor - dort können sie gravierende Folgen haben. "Dies führt in der Konsequenz zum Schlaganfall oder zum Herzinfarkt", betont Wesiack. Er warnt davor, Durchblutungsstörungen zu unterschätzen. "Gefäßerkrankungen, die sich daraus entwickeln können, stehen nach wie vor an erster Stelle der Todesfälle, noch vor den Krebserkrankungen", so der Mediziner. Schlecht durchblutete Gliedmaßen können absterben und müssen dann amputiert werden, wenn die Störung nicht behandelt wird.

Die Warnzeichen sind ganz unterschiedlich: "Schmerzen und ein Engegefühl im Brustbereich können Anzeichen für Probleme in der Herzgegend sein", sagt die Münchner Heilpraktikerin Ursula Hilpert-Mühlig. Sie ist Vizepräsidentin des Fachverbands Deutscher Heilpraktiker. Wenn zum Beispiel die Arme und Beine taub sind, kann das ein Zeichen für Durchblutungsstörungen im Gehirn sein. "Auch Seh- und Sprachstörungen oder Schwindel können hier Symptome sein."

Egal, wo im Körper die Durchblutungsstörungen auftreten: "Eine allgemeingültige Therapie gibt es nicht", betont Hilpert-Mühlig. Denn die Behandlung richte sich immer nach der Ursache. Das können Bluthochdruck oder hohe Blutfettwerte sein - die müssen dann gesenkt werden. "Dies geschieht etwa durch Medikamente, über Bewegung und auch über eine ausgewogenere Ernährungsweise", sagt Sellerberg.

Bei einem teilweisen oder sogar kompletten Gefäßverschluss kommt neben Arzneimitteln eventuell auch ein operativer Eingriff infrage, damit das Blut wieder freie Bahn hat. Dabei setzt der Operateur beispielsweise einen sogenannten Stent ein. Das ist ein sehr feines Drahtgeflecht, das das Blutgefäß offenhält.

Wer nicht raucht oder damit aufhört, senkt das Risiko für Durchblutungsstörungen. Auch bei Übergewicht, Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten und Diabetes sollte man etwas tun. "Hier ist neben einem Abnehmprogramm auch eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen und Vollkornprodukten und wenig Fetthaltigem ratsam", erklärt Sellerberg. Und nicht zuletzt: Bewegung hält die Gefäße elastisch - und das Blut bleibt im Fluss.

dpa/tmn

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