400 Allergene im Test: Dr. Thomas Pauli im Labor seiner Praxis in Schwalmstadt mit einem Allergietestset.
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400 Allergene im Test: Dr. Thomas Pauli im Labor seiner Praxis in Schwalmstadt mit einem Allergietestset.

Wenn der Frühling zwickt

Für Allergiker ist der Frühling oft nicht nur Grund zur Freude. Denn mit den ersten Blüten fliegen auch die Pollen. Und wer auf Blütenstaub allergisch reagiert, muss mit Beschwerden rechnen. Hasel und Erle gehören wie die Birke zu den Frühblühern und sind besonders häufig für Allergien verantwortlich.

Von Betroffenen werde Dr. Thomas Pauli, Pneumologe in Schwalmstadt, oft gefragt: „Soll ich die Birke vor meinem Haus fällen?“ Da Birkenpollen über 200 Kilometer weit fliegen, sei das eher wirkungslos. Pauli rät seinen Patienten, die unter saisonalem Asthma leiden und auf Frühblüher reagieren, sich über den aktuellen Pollenflug beim Deutschen Wetterdienst zu informieren. Dann könnten sich die Betroffenen auf eine Sensibilisierung einstellen und ihre medikamentöse Versorgung sicherstellen.

Zu den häufigsten Auslösern von allergisch bedingten Atemwegsbeschwerden gehören Milben, Pollen, Tierhaare, Schimmelpilze, Nahrungsmittel und Insektenstiche. Vor allem letztere können schwere allergische Reaktionen hervorrufen. Bei den Allergien auf Tierhaare sind die Auslöser Hautschuppen und Eiweiße aus Speichel, Schweiß oder Urin der Tiere, die sich an den Haaren und im Hausstaub festsetzen und durch Aufwirbeln in die Raumluft gelangen. Häufige Reaktionen gibt es auf die Haare und Hautschuppen von Katzen, aber auch von Pferden, Hunden und Meerschweinchen.

Vorsicht gilt bei Nahrungsmitteln, mit Substanzen, die mit den Allergieauslösern der Frühblüher verwandt sind. Wer auf Birkenpollen reagiert, kann beim Genuss von frischen Birnen und Äpfeln Schleimhautreizungen in Mund und Rachen bekommen. Auch Hasel-, Para- Wal- und Erdnüsse können Kreuzreaktionen mit Frühblühern hervorrufen. Wer auf Beifuß allergisch ist, sollte mit Gewürzen vorsichtig sein.

Bei einer Schulung können Asthmatiker lernen, wie sie Medikamente anwenden und mit ihrer Erkrankung umgehen. Dazu gehört das Vermeiden von Reizen, die Beschwerden und Anfälle auslösen. Nicht ganz einfach, wenn man auf Pollen reagiert, denen man nicht entgehen kann.

Hilfreich sei es, das Schlafzimmer arm an Allergenen zu halten, erklärt Pauli. Mit milbenfesten Bezügen über Matratze, Kissen und Decken, ohne Staubfänger wie Teppiche oder Vorhänge. Damit möglichst wenig Pollen in den Raum gelangen, sollte man nur einmal am Tag kurz lüften. Außerdem sollten Kleider außerhalb des Schlafzimmers ausgezogen und Haare abends gewaschen werden. Dadurch kann für ein paar Stunden pro Tag das Einatmen von Allergenen weit gehend vermieden werden. (yma)

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