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Liebesspiel mit Hindernissen: Eine Potenzstörung kann dazu führen, dass sich beim Mann Versagensängste einstellen.

Es klappt nicht mehr?

Wenn Mann nicht kann - Impotenz hat vielfältige Ursachen

Potenzstörungen oder erektile Dysfunktion: Die meisten Männer wollen das bei sich selbst nicht wahrhaben - und legen verschämt das Mäntelchen des Schweigens über ihr Problem. Doch allein lässt es sich nicht lösen.

Es klappt nicht. Beim Liebesspiel wird sein Penis nicht steif - oder bleibt für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr nicht standhaft. Sie ist enttäuscht, er aber noch viel mehr. Für ihn kann das ein Erlebnis sein, das fortan schon fast traumatische Züge annimmt. Versagensangst stellt sich ein. Er erfindet Ausflüchte, damit es erst gar nicht zu körperlichen Kontakten mit ihr kommt. Statt Ursachenforschung zu betreiben, wollen sich viele Männer ihr Problem nicht eingestehen. Dabei kann ihnen geholfen werden.

Fachleute sind sich einig: Wenn die Erektion mal ausbleibt, ist das - aus medizinischer Sicht - kein Drama. Erst wenn eine fortwährende Unfähigkeit für eine Penis-Versteifung auftritt, liegt eine Störung vor. In der Fachsprache ist dann von erektiler Dysfunktion die Rede. "Von einer Störung spricht man erst, wenn sie seit mindestens sechs Monaten besteht", sagt Norbert H. Brockmeyer. Er ist Leiter des Zentrums für Sexuelle Gesundheit und Medizin der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum.

Ab dem 45. Lebensjahr setzt der Alterungsprozess ein

"Störungen der männlichen Gliedsteife sind in erster Linie der natürlichen Alterung geschuldet", erklärt Wolfgang Bühmann, Facharzt für Urologie und Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen (BDU). Ab dem 45. Lebensjahr lässt die Elastizität der Blutgefäße im Penis nach, der Blutzufluss wird gedrosselt und der Blutabfluss beschleunigt.

Grundsätzlich lassen sich die Ursachen einer erektilen Dysfunktion in zwei Gruppen einteilen, erklärt Brockmeyer: psychologische Ursachen und organische Veränderungen. Die häufigsten organischen Auslöser sind Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Blutfett- und Blutzuckerwerte sowie Durchblutungsstörungen. "Auch übermäßiger Alkohol- und Nikotingenuss können Auswirkungen auf die männliche Potenz haben", sagt Ursula Sellerberg, Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA).

Im Bereich der psychischen Ursachen finden sich laut Brockmeyer neben Paar- und Partnerkonflikten häufig Depressionen sowie Angststörungen. "Aber auch starke berufliche Belastung oder eine Herzschwäche können Potenzstörungen auslösen", sagt Bühmann.

Bei der Lösung des Problems geht es zunächst einmal darum, dass es sich der Betroffene selbst eingesteht. "Im Schnitt brauchen Männer drei Jahre, bis sie das Problem "outen" und ärztliche Hilfe suchen", berichtet Bühmann. Dann beginnt die Ursachensuche. "Vorrangiges Ziel der Therapie muss die Behandlung der zugrunde liegenden Störung oder Erkrankung sein", betont Brockmeyer. Je nach Fall und Ursache kommen zum Beispiel eine neurologische, psychotherapeutische oder medikamentöse Behandlung in Betracht.

In der Partnerschaft gilt, dass der Betroffene seine Ängste und Sorgen enttabuisiert. "Am wichtigsten ist, darüber zu sprechen", erklärt Brockmeyer. "Der Partnerin oder dem Partner sollte vor allem verdeutlicht werden, dass die Ursache nicht mangelndes Verlangen ist", sagt Bühmann. "Ehrlichkeit und Offenheit sind wesentliche Voraussetzungen für Besserung, gefolgt oder ergänzt durch ärztliche Beratung und Behandlung."

dpa/tmn

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