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Einatmen und Ausatmen für die Gesundheit.

Quälende Luftnot

Wenn die Puste wegbleibt: Sport trotz Atemnot

Lungenkranke meiden oft große Anstrengungen. Ein Fehler, warnen Experten. Der Deutsche Lungentag am 20. September will zeigen, wie wichtig eine gesunde Lunge ist.

Oft ist schon die Treppe in die Wohnung zu steil, jeder Schritt wird zur Qual, die Luft bleibt weg. Menschen mit chronisch-obstruktiver Bronchitis (COPD) leiden bei körperlicher Belastung schnell an Atemnot. „Das führt dazu, dass sie sich weniger belasten und an Muskelkraft und Kondition verlieren“, sagt Prof. Heinrich Worth, Chefarzt der Klinik für Herz- und Lungenerkrankungen am Klinikum Fürth.

Genau darin liegt aber das Problem: Je mehr sich Betroffene schonen, desto häufiger leiden sie an Luftnot. Auch Osteoporose, Diabetes oder Gefäßerkrankungen seien häufig die Folge, sagt der Sportwissenschaftler Oliver Göhl.

Die COPD ist eine der häufigsten Erkrankungen weltweit. In Deutschland sind nach Schätzungen der Deutschen Atemwegsliga etwa drei bis fünf Millionen Menschen daran erkrankt. Lungensport kann Betroffenen helfen.

Was nach Leistungssport klingt, ist eine spezielle Bewegungstherapie für Patienten mit Asthma, COPD oder anderen Lungenerkrankungen. „Die Art des Sports ist eher nebensächlich“, sagt der Lungenfacharzt Prof. Dieter Köhler. „Grundsätzlich gilt: Der Puls sollte ansteigen, man sollte möglichst ins Schwitzen geraten und mindestens zweimal in der Woche trainieren“, erklärt er. Letzteres sei Voraussetzung dafür, dass der Sport Wirkung zeige.

Mediziner Worth rät zur Teilnahme an einer Lungensportgruppe. Der Aufbau und Ablauf einer Übungseinheit folgt dort meist einem bestimmten Schema, dazu gehören Ausdauer- und Krafttraining sowie Koordinations- und Dehnübungen.

Lungenpatienten sollten lernen, vor einer starken Belastung eine Pause zu machen, rät Köhler. „Also beim Wandern zum Beispiel für kurze Zeit pausieren, wenn die Strecke steiler wird“, erklärt er. „Viele machen den Fehler, dass sie weitergehen und dann auf halber Strecke stehen bleiben müssen, weil sie Luftnot haben.“

Fit zum Atmen

Das ist der Vorteil einer Lungensportgruppe: Der Übungsleiter kann darauf achten, dass die Teilnehmer sich nicht übernehmen und die Aufgaben genau ihrer Leistungsfähigkeit angepasst sind. In den Gruppen ist immer ein Arzt in Rufbereitschaft. Der Patient selbst muss ein ärztliches Attest vorweisen. Die Übungsleiter sind speziell geschult, und ein Notfallkoffer muss bereitstehen.

Was aber bringt der Sport für die Gesundheit? „Es ist nachgewiesen, dass die Luftnot bei regelmäßigem Training später eintritt“, sagt Köhler. Er nennt ein Beispiel: Gesunde Menschen könnten im Durchschnitt innerhalb von sechs Minuten 600 Meter weit gehen. Ein mittelschwer Lungenkranker schaffe normalerweise 300 Meter. Trainiere er regelmäßig, komme er im Schnitt auf 400 Meter. „Seine Kondition wird besser“, ergänzt Worth.

In einer Studie mit rund 2390 COPD-Patienten haben Wissenschaftler im Jahr 2006 herausgefunden, dass die Betroffenen bei regelmäßiger sportlicher Aktivität seltener ins Krankenhaus mussten. Laut Worth gibt es Hinweise darauf, dass Bewegungstherapie bei Asthma und COPD dazu führt, dass die Entzündung in den Atmungsorganen zurückgeht. „Aber bewiesen ist das noch nicht“, sagt er.

Wenn ein Patient lange trainiere, könne dies eventuell auch zu einer Abnahme der Infektanfälligkeit führen. „Im Rahmen des Lungensports raucht der Patient häufiger nicht mehr und ernährt sich gesünder.“ In der Regel fällt eine monatliche Kursgebühr an. Diese wird aber anteilig oder komplett von den Krankenkassen übernommen.

Von Maren Hennemuth, dpa

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