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Hungern um Gewicht zu verlieren?

Auf Essen verzichten

Kann man mit Fasten auch abnehmen?  

Am Aschermittwoch beginnen viele Menschen mit dem Fasten und verzichten auf bestimmte Dinge. Doch ist Fasten auch eine Methode zum Abnehmen?

Für Gläubige bedeutet der alte Brauch, den Körper zu reinigen und ein persönliches Opfer zu bringen. Fasten wird auch als Zeichen von Sühne gesehen. Die religiösen Gründe treten heute allerdings oft in den Hintergrund. Stattdessen sehen viele das Fasten als Methode zum Abnehmen. Für einen dauerhaften Gewichtsverlust ist das Fasten jedoch nicht geeignet, warnen Experten.

Was ist Fasten?

Die traditionelle christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und dauert vierzig Tage. Beim Fasten wird für eine bestimmte Zeit völlig oder teilweise auf Essen verzichtet. Wenn der Körper keine oder weniger Nahrungsenergie erhält, stellt er sich auf den sogenannten Hungerstoffwechsel um: Der Stoffwechsel brennt auf Sparflamme. Der Organismus greift dann seine Energiereserven an, vor allem die körpereigenen Kohlehydratreserven in Leber und Muskeln, Körpereiweiß und -fett. Die Anhänger des Fastens versprechen sich davon Wohlbefinden, geistige Klarheit, Gewichtsreduzierung und Entspannung.

Worauf wird verzichtet?

Viele Menschen fasten heute nur noch eingeschränkt. Dass heißt, sie verzichten nicht komplett auf feste Nahrung, sondern lassen für einige Wochen die Finger von Süßigkeiten, Alkohol, Zigaretten oder Fleisch.

Was bedeutet Heilfasten?

Der Begriff wurde 1935 vom deutschen Arzt Otto Buchinger geprägt. Nach seiner Methode nimmt der Fastende für mehrere Wochen nur Fruchtsaft, Tee und Gemüsebrühe zu sich. Es gibt auch noch andere Verfahren wie die Schroth-Kur. In der Naturheilkunde dient das Heilfasten der Vorbeugung und Behandlung bestimmter chronischer Krankheiten wie Rheuma oder Hauterkrankungen. Die "entschlackende Wirkung", die dem Heilfasten zugeschrieben wird, ist laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE) wissenschaftlich nicht belegt. Ohnehin scheidet der Körper regelmäßig Gifte und Schadstoffe aus.

Ist das Fasten zum Abnehmen geeignet?

Nicht dauerhaft. Zwar verliert der Körper gerade in den ersten Tagen eine Menge Wasser, was den hohen Gewichtsverlust erklärt und verbraucht nur wenige Kalorien. Mit den alten Essgewohnheiten kehren aber auch die Pfunde zurück - es kommt zum berüchtigten Jo-Jo-Effekt. Ernährungsexperten sehen im Fasten deshalb vor allem einen Einstieg in eine dauerhafte Ernährungsumstellung und gesündere Lebensweise.

Was bringt das Fasten?

Neben der religiösen Motivation und der anvisierten seelischen und körperlichen "Reinigung" kann das Fasten zu mehr Genussfähigkeit und einem feineren Geschmacksempfinden führen. Zudem belohnt erfolgreiches Fasten auch den Kopf, meint die Ernährungspsychologin Nanette Ströbele. Wer es schaffe, eine bestimmte Zeit der Versuchung nach Schokolade oder Zigaretten zu widerstehen, für den sei dies psychologisch auf jeden Fall wertvoll.

Welche Nebenwirkungen können beim Heilfasten auftreten?

Laut DGE kann es schon beim kurzzeitigen Fasten zu Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindelgefühl, Schweißausbrüchen, Blutdruckabfall und Mundgeruch kommen. In jedem Fall sollte ausreichend getrunken werden - und zwar bis zu drei Liter pro Tag. Außerdem sollte der Körper mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt werden, etwa durch Obst- oder Reistage, Gemüsebrühe und Fruchtsaft.

Wer sollte nicht fasten?

Menschen mit ernsten Vorerkrankungen sollten nicht fasten, auch nicht Schwangere oder stillende Frauen sowie Kinder.

AFP

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