Giovanni Trapattoni
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"Was erlauben Struuunz?" - dieser Satz von dem wütenden Giovanni Trapattoni (1998) hat mittlerweile Kult-Status erlangt. Der Trainer des FC Bayern München hatte sich nach einer 0:1 Pleite gegen Schalke aufgeregt.

Lieber ruhig bleiben

Wutausbrüche sind schlecht für das Herz

Der Computer stürzt schon wieder ab - in stressigen Situationen ist es oft schwer einen kühlen Kopf zu bewahren. Doch wer oft wütend ist, riskiert nachweislich seine Gesundheit.

Wer oft Zornesausbrüche hat, erhöht sein Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erheblich. Zu diesem Schluss kommen mehrere US-Wissenschaftler in einer Studie, die am Dienstag von der Fachzeitschrift "European Heart Journal" veröffentlicht wurde. Die Autoren werteten dafür neun frühere Untersuchungen aus, die Patienten mit Hang zu Wutausbrüchen betrafen.

In diesen Untersuchungen waren 5000 Fälle von Herzproblemen und mindestens 800 Hirnschlägen bei Menschen mit einem Hang zu Wutanfällen dokumentiert. Die Auswertung der Statistiken untermauert nun den schon lange bestehenden Verdacht, dass starke Emotionen zu einem Infarkt oder Hirnschlag führen können - auch wenn die biologischen Ursachen weiter unklar sind.

Noch zwei Stunden danach

Die US-Forscher errechneten, dass das Risiko für einen Herzinfarkt in den zwei Stunden nach einem Wutanfall um das Fünffache steigt - gemessen an Zeiten, in denen dieselbe Person ausgeglichen und ruhig ist. Das Risiko eines Hirnschlags erhöhte sich um das Dreifache. Außerdem können Zornesausbrüche zu Herzrhythmusstörungen führen.

Das Risiko wächst der Studie zufolge, wenn die Betroffenen bereits Herzkreislaufprobleme haben oder wenn sie besonders häufig wütend sind. Bei einem einzigen Zornesausbruch bleibe die Gefahr eines akuten Herz-Kreislauf-Problems relativ niedrig, erläuterte Elizabeth Mostofsky von der angesehenen Harvard School of Public Health im US-Bundesstaat Massachusetts. "Doch bei Menschen, die häufig zornig sind, kann das Risiko steigen."

Wut und Zorn sind ein Risiko

Dies gilt der Studie zufolge vor allem für Leute mit weiteren Risikofaktoren und solche, die bereits einen Infarkt oder Schlaganfall hatten oder die an Diabetes leiden. Statistisch betrachtet erleiden von 10.000 Menschen, die täglich fünf Mal einen Wutanfall haben, 158 einen Infarkt. Für 10.000 Menschen mit bestimmten Risikofaktoren für das Herz-Kreislaufsystem, die außerdem noch täglich fünf Mal zornig sind, haben die Autoren 657 Herzinfarkte errechnet.

Warum Zornesausbrüche die Gefahr eines Infarkts oder Schlaganfalls verstärken, ist der Studie zufolge noch nicht geklärt. Die Autoren verweisen auf frühere Untersuchungen, wonach psychologischer Stress den Herzschlag beschleunigt und den Blutdruck erhöht. Dies könne zu Blutgerinnseln oder Entzündungen führen. Mehrere US-Spezialisten empfahlen daher einen globalen Ansatz, um "chronischen mentalen Stress" zu reduzieren.

AFP

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