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Mut zur Selektion: Wer sich rechtzeitig in das Thema einarbeitet, verliert sich am Ende nicht in Details. Foto: Jens Kalaene

5 Anfängerfehler bei Referaten an der Uni

Referate gehören zum Studium dazu. Viele Erstsemester müssen in den kommenden Wochen und Monaten erstmals vor Professor und Kommilitonen sprechen. Dabei warten diverse Stolperfallen - die sich mit einfachen Tipps und Tricks leicht umgehen lassen.

München (dpa/tmn) - Viele Studienanfänger müssen bald ihre ersten Referate halten. Manchen Erstis graut es schon bei der Vorstellung, vor Professor und Kommilitonen zu reden. Gut, dass Bildungsforscher Christof Wecker die schlimmsten Fehler kennt. So kann man sie vermeiden:

Das Beste zuerst: "Das Lampenfieber lässt mit zunehmender Übung nach", beruhigt Christof Wecker. Er arbeitet am Lehrstuhl für Empirische Pädagogik und Pädagogische Psychologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Wecker hat nicht nur viele Seminare selbst geleitet, sondern bereits im Bereich Powerpoint-Präsentationen geforscht. Entsprechend kennt er typische Fehler, die Studenten bei ihren ersten Vorträgen machen. Und weiß, wie man sie vermeidet.

Fehler 1: Präsentation und Vortrag deckungsgleich gestalten

Powerpoint-Präsentationen sind heutzutage Standard bei den meisten Referaten. Oft packen Studenten alle Inhalte, die sie vor dem Plenum erzählen wollen, eins zu eins auf die Folien. "Das ist ungeschickt", sagt Wecker. Denn so entsteht keine Spannung. "Die Zuhörer können sich jederzeit aus dem mündlichen Vortrag ausklinken, da sie das Gehörte auch auf den Folien mitlesen können."

Der Tipp: Zunächst plant man sein Referat - danach, was man erzählen will, empfiehlt Wecker. "Steht das Gerüst, wählt man aus, welche Inhalte auf die Folien kommen und an welchen Stellen der Vortrag durch Bilder und andere Illustrationen aufgewertet wird."

Fehler 2: Vortrag herunterleiern und Diskussion vergessen

Der Stoff ist perfekt aufbereitet, der Vortrag läuft flüssig. Der Dozent ist trotzdem nicht zufrieden, weil die Interaktivität gefehlt hat.

Der Tipp: In den Referatsquellen nach Diskussionspunkten suchen, an denen man nach dem Vortrag ein Gruppengespräch aufhängen kann, rät Wecker. "Man sollte mit Referaten Diskussionen anzetteln und nicht einfach nur Informationen wiedergeben", sagt der Wissenschaftler.

Fehler 3: Referate in Überlänge abliefern

Bereits mehrfach hat der Dozent plakativ auf die Uhr geschaut. Die Vortragszeit von 30 Minuten ist lange abgelaufen, doch erst knapp die Hälfte der Inhalte ist vorgetragen.

Der Tipp: Vorher mindestens einmal den Vortrag durchsprechen. "So lässt sich die Länge abschätzen", sagt Wecker. "Außerdem sollte man sich schon bei der Vorbereitung überlegen, welche Inhalte man gegebenenfalls weglassen kann, falls der Vortrag trotzdem länger wird als geplant." Wer sein Referat einmal durchgegangen ist, trägt zudem sicherer vor und verhaspelt sich seltener.

Fehler 4: Der Technik zu 100 Prozent vertrauen

Der Verbindungsstecker zum Beamer ist nicht auffindbar. Der PC will nicht hochfahren. Die Präsentation lässt sich nicht öffnen, weil der Kommilitone, mit dem man referiert, das falsche Dateiformat geschickt hat. Wo ist der Plan B, wenn man ihn braucht?

Der Tipp: Zunächst ist es zum Glück recht selten, dass die Technik streikt. Für den Fall der Fälle bleibt eigentlich nur, zumindest selbst ein Dokument mit dem zu haben, was man sagen wollte, rät Wecker. Das können ein Ausdruck der Folien, Notizen und ein Stichwortzettel sein.

Fehler 5: Zu viel Stoff vermitteln wollen

Die Lehrbücher zum Thema enthalten Massen an Informationen - und alles scheint wichtig zu sein. Am Ende könnte sich der Student in Details verlieren.

Der Tipp: Lieber frühzeitig in das Thema einarbeiten und dann sacken lassen. "Aspekte, die man nach vier bis fünf Tagen vergessen hat, sind auch ideale Streichkandidaten für den Vortrag", erklärt Wecker. Da gilt es, Mut zur Selektion zu haben.

Christof Wecker über Powerpoint-Präsentationen

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