Gerichtsurteil

Auch Tote haben Urlaubsanspruch

Luxemburg - Stirbt ein Beschäftigter, bevor er seinen gesetzlichen Jahresurlaub genommen hat, muss der Arbeitgeber den Erben die Urlaubstage auszahlen.

"Der Urlaubsanspruch geht mit dem Tod nicht unter", begründete der Europäische Gerichtshof (EuGH) sein am Donnerstag in Luxemburg verkündetes Urteil. (Az. C-118/13)

Im aktuellen Fall hatte die Witwe eines Beschäftigten in Nordrhein-Westfalen geklagt, weil ihr Mann wegen einer schweren Erkrankung über längere Zeit nur mit Unterbrechungen arbeitsfähig war und bis zu seinem Tod 140,5 offene Urlaubstage angesammelt hatte. Sie muss der Arbeitgeber, die Firma Klaas & Kock, nun der Witwe auszahlen.

Den Fall hatte das Landesarbeitsgericht Hamm dem EuGH vorgelegt, weil es von der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, das die Erben bislang leer ausgehen ließ, nicht überzeugt war.

Nun betonte der EuGH, dass der Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub "ein besonders bedeutsamer Grundsatz des Sozialrechts" sei. Die Auszahlung von Resturlaub nach dem Tod eines Arbeitnehmers stelle deshalb "die praktische Wirksamkeit des Urlaubsanspruchs sicher": Der Tod "darf nicht rückwirkend zum vollständigen Verlust des Anspruchs auf bezahlten Jahresurlaub führen", heißt es im Urteil.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Startschuss für Augsburger Medizinfakultät

Horst Seehofer bezeichnet sie als "Jahrhundertprojekt": die neue medizinische Fakultät an der Universität Augsburg. Nun wurde sie offiziell gegründet. Doch bist die …
Startschuss für Augsburger Medizinfakultät

So gelingt Frauen der Wiedereinstieg nach der Babypause

Hurra, endlich schwanger! Doch in die Freude mischt sich schnell Sorge: Was heißt das für meine Karriere? Werde ich meinen Job weitermachen können, wenn ich aus der …
So gelingt Frauen der Wiedereinstieg nach der Babypause

Jeder zweite Jugendliche sieht keine gleiche Bildungschance

Es ist ein häufig diskutiertes Thema: Haben alle Menschen die gleichen Bildungschancen in Deutschland unabhängig von sozialer und kultureller Herkunft? Die Meinung …
Jeder zweite Jugendliche sieht keine gleiche Bildungschance

Rechtsreferenten sind die bestbezahlten Spezialisten

Das Gehalt steigt, je spezialisierter eine Fachkraft ist. Auch auf den Abschluss kommt es bei der Zahl auf dem Lohnschein an.
Rechtsreferenten sind die bestbezahlten Spezialisten

Kommentare