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Ausbildung in Frankreich

Beim gemeinsamen Lernen und Arbeiten können die Auszubildenden gleich noch ihre Sprachkenntnisse vertiefen. Der Internationalisierung in der zunehmend globalisierten Wirtschaft wird damit Rechnung getragen.

Der deutsch-französische Austausch, für viele Jugendliche in beiden Ländern seit Jahren eine selbstverständliche Etappe ihrer Schulzeit, soll künftig auch fester Bestandteil der Berufsausbildung werden. Bis zum 2. Oktober erlebten 13 Auszubildende aus verschiedenen Bonner Institutionen für drei Wochen den Berufsalltag im Nachbarland und absolvierten einen Teil ihrer Ausbildung in kaufmännischen Berufen in französischen Partnerinstitutionen im lothringischen Forbach.

Nachholbedarf

Aus Anlass seines Besuches bei den Bonner Auszubildenden in Forbach erklärte Manfred Kremer, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB): "Im Hochschulbereich gehören Auslandsaufenthalte zum Standard. Die berufliche Bildung hat hier immer noch Nachholbedarf. In einer zunehmend globalisierten Wirtschaft werden aber auch in der beruflichen Bildung Auslandserfahrungen und interkulturelle Kompetenzen immer wichtiger. Dieses Projekt leistet einen Beitrag zur Internationalisierung der Berufsausbildung, und ich freue mich, dass zwei BIBB-Auszubildende hier vor Ort sind, um Erfahrungen zu sammeln. Dies ist für ein internationales Forschungsinstitut wie das BIBB von großer Bedeutung."

Neben den BIBB-Auszubildenden waren Auszubildende der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BAFin), des Eisenbahnbundesamtes (EBA) und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) am 14. September nach Forbach gereist. Seitdem lernen sie mit französischen Auszubildenden gemeinsam in der Partnerschule "Blaise Pascal" und arbeiten in den Partnerbetrieben vor Ort. Unterstützt wird das Projekt vom Bonner "Ludwig-Erhard-Berufskolleg" und dem "Berufskolleg Bonn-Duisdorf". Es ist beabsichtigt, dass im März 2010 französische Auszubildende nach Bonn kommen.

Europaweite Transparenz

Neben dem Erleben des Berufsalltags, aber auch des sozialen und kulturellen Umfelds, steht der Umgang mit der Sprache des Gastlandes für die deutschen Auszubildenden beim gemeinsamen Lernen und Arbeiten im Vordergrund. Der Auslandsaufenthalt der Jugendlichen wird durch den europass Mobilität bescheinigt. In diesem mehrsprachigen Dokument werden die im Ausland gemachten Ausbildungen und beruflichen Erfahrungen festgehalten. Dadurch werden die erworbenen Qualifikationen und Kompetenzen der Jugendlichen europaweit transparent und vergleichbar. Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat den Auszubildenden-Austausch initiiert und maßgeblich vorbereitet. Bei seinen Gesprächen vor Ort traf BIBB-Präsident Manfred Kremer neben den Auszubildenden und dem Leiter der französischen Partnerschule auch mit der stellvertretenden Bürgermeisterin von Forbach sowie mit Vertretern und Vertreterinnen der lothringischen Regionalverwaltung und der "Académie Nancy-Metz" zusammen. "Ziel ist", so Manfred Kremer, "die Austauschmaßnahmen zwischen Deutschland und Frankreich nachhaltig zu verstetigen und im Rahmen unserer Möglichkeiten auszuweiten".

Unterstützt wird das Projekt bei Finanzierung, Organisation und Durchführung vom Deutsch-Französischen Sekretariat für den Austausch in der beruflichen Bildung (DFS) in Saarbrücken. Die Austauschprogramme des DFS werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziell gefördert. (nh)

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