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Die männlichen Azubis verdienten besser als ihre Kolleginnen.

Azubis bekamen 2011 deutlich mehr Geld

Bonn - Die Vergütungen der Auszubildenden in Deutschland sind 2011 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. Vor allem in den neuen Bundesländern verdienten die Lehrlinge um einiges mehr als vorher.

708 Euro brutto verdienten die Auszubildenden in Westdeutschland im Schnitt, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) am Mittwoch in Bonn mitteilte. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen erhöhten sich um 2,9 Prozent und damit stärker als im Jahr davor, als sie nur um 1,3 Prozent stiegen.

Noch größer war der Sprung in den neuen Bundesländern: Hier stiegen die tariflichen Vergütungen um 4,9 Prozent auf durchschnittlich 642 Euro brutto im Monat. Im Jahr davor hatte der Wert noch bei 2,9 Prozent gelegen.

Der Unterschied im Tarifniveau zwischen Ost und West verringerte sich weiter. In den neuen Bundesländern werden jetzt 91 Prozent der westlichen Vergütungshöhe erreicht. Im Vorjahr lag der Wert noch bei 89 Prozent.

Das BIBB wertete die Vergütungen für 185 Berufe in West- und 150 Berufe in Ostdeutschland aus. In ihnen werden 89 Prozent der Azubis ausgebildet.

Floristen und Friseure am schlechtesten bezahlt

Nach wie vor gibt es zwischen den verschiedenen Berufsgruppen erhebliche Unterschiede in der Vergütung. An der Spitze liegen die Tarife im Bauhauptgewerbe. Ein angehender Maurer erhielt in den alten Bundesländern im Schnitt 943 Euro brutto im Monat, in Ostdeutschland gab es 750 Euro. Mechatroniker erhielten im Westen 868 Euro, im Osten 847 Euro. Mit 885 Euro gab es bei den Medientechnologen Druck einheitlich hohe Vergütungen in Ost und West. Niedrige Vergütungen werden etwa bei Floristen und Friseuren gezahlt. Hier gab es 2011 im Westen 460 Euro und 456 Euro und im Osten 312 Euro und 269 Euro.

Nach den Berechnungen des BIBB erhielten in Westdeutschland 59 Prozent der Azubis Vergütungen zwischen 500 und 799 Euro (51 Prozent im Osten). Weniger als 500 Euro erhielten drei Prozent (27 Prozent im Osten). Immerhin 38 Prozent kassierten 800 Euro und mehr (22 Prozent im Osten).

Die männlichen Azubis verdienten besser als ihre Kolleginnen. In Westdeutschland wurden männlichen Auszubildenden 721 Euro und weiblichen Azubis 688 Euro gezahlt. In Ostdeutschland lagen die Werte bei 658 und 614 Euro. Die abweichenden Vergütungsdurchschnitte erklärt das BIBB damit, dass junge Frauen häufiger in Berufen mit eher niedrigen Ausbildungstarifen anzutreffen sind als junge Männer.

Alle Beträge wurden auf die gesamte Ausbildungszeit berechnet. Für die einzelnen Ausbildungsjahre ergeben sich folgende Werte: In Westdeutschland wurden im 1. Ausbildungsjahr im Schnitt 633 Euro, im zweiten Jahr 703 Euro und im dritten Jahr 785 Euro gezahlt. Im Osten waren es 571 Euro, 642 Euro und 706 Euro.

dpa

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