Bundesarbeitsgericht

Urteil: Ältere Arbeitnehmer dürfen länger in Urlaub

Erfurt - Ältere Arbeitnehmer dürfen nach einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts unter bestimmten Bedingungen mehr Urlaubstage erhalten als Jüngere.

Die Richter wiesen am Dienstag in Erfurt die Klage von sieben Mitarbeitern eines Schuhherstellers aus Rheinland-Pfalz im Alter von 45 bis 56 Jahren ab. Sie haben laut Arbeitsvertrag 34 Urlaubstage, während das Unternehmen seinen Mitarbeitern ab deren 58. Geburtstag zwei weitere Urlaubstage im Jahr zuspricht.

Die Kläger fühlten sich deswegen wegen ihres Alters diskriminiert und verlangten mit Verweis auf das Antidiskriminierungsgesetz ebenfalls 36 Urlaubstage.

Die Richter betonten, dass es für die Bevorzugung älterer Arbeitnehmer beim Urlaub einen sachlichen Grund gebe. Der Arbeitgeber habe einen gewissen Entscheidungsspielraum, um älteren Mitarbeitern mehr Urlaub zu gewähren. Der Schuhhersteller hatte sein Vorgehen mit einer Fürsorgepflicht für ältere Arbeitnehmer begründet: Sie bräuchten für die teils schwere und körperlich ermüdende Arbeit längere Erholungszeiten als jüngere Mitarbeiter. Im Bundesurlaubsgesetz heißt es lediglich: „Der Urlaub beträgt jährlich mindestens 24 Werktage.“

2012 hatte das Bundesarbeitsgericht die Altersstaffel beim Urlaub im Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen gekippt. Die dortige Regelung hatte allerdings viel früher angesetzt: Bis zum 30. Lebensjahr bekamen die Beschäftigten 26 Tage Urlaub, bis 40 Jahre 29 Tage und danach 30 Tage. Der neunte Senat sah darin einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, weil jüngere Angestellte wegen ihres Alters benachteiligt würden.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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