Ernsthafte Nachwuchsprobleme

Deutschland: Zahl der Lehrlinge auf Rekordtief

Wiesbaden - Noch nie seit der Wiedervereinigung haben so wenige junge Menschen in Deutschland eine Lehre begonnen wie im Jahr 2013. Auch die Gesamtzahl der Auszubildenden sank mit 1,39 Millionen auf einen neuen Tiefstwert.

Das teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit. Einen neuen Ausbildungsvertrag im dualen System aus Lehrstelle und Berufsschule schlossen 2013 nur noch 525 300 Jugendliche ab. Das waren 4,3 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Im Rekordjahr 1999 wurden in Deutschland noch mehr als 635 000 Ausbildungsverträge unterzeichnet. Ein Jahr später steckten über 1,7 Millionen junge Menschen in der Ausbildung.

Die Graphik zeigt den Rücklauf der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge.

Gründe für den seit 2007 nahezu kontinuierlichen Rückgang sind nach Einschätzung der Statistiker die geburtenschwachen Jahrgänge und die verstärkte Neigung der Schulabgänger, ein Studium zu beginnen. Nur im konjunkturell starken Jahr 2011 hatte es ein kurzes Zwischenhoch gegeben.

Überdurchschnittliche Rückgänge bei den Neuzugängen verzeichneten 2013 die beiden größten Ausbildungsbereiche Industrie/Handel (-4,7 Prozent) und Handwerk (-5 Prozent). Im öffentlichen Dienst traten hingegen 2,0 Prozent mehr junge Menschen ihre Ausbildung an.

Die Statistik zeigt auch deutliche regionale Unterschiede: In Berlin und Brandenburg ging die Zahl der Neuverträge um fast ein Zehntel zurück, während Bayern nur ein Minus von 3,0 Prozent verzeichnete. Die Gesamtzahl der Auszubildenden fiel im vergangenen Jahr in den neuen Länder inklusive Berlin mit 6,7 Prozent weit stärker als im Westen mit 2,0 Prozent.

dpa

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