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Krippenplätze und Elternzeit

Bei der Familienpolitik liegt Skandinavien im Familienfreundlichkeitsindex des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) an der Spitze. Ziele wie ein breites Betreuungsangebot für Kinder sind weitestgehend erreicht. Deutschland belegt in dem 19-Länder-Ranking einen Mittelfeldplatz.

Ohne Kinder keine Zukunft – dies gilt es in der Familienpolitik immer zu bedenken. Doch hohe Geburtenraten allein nutzen wenig, wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen. So sollte die Politik auch eine hohe Frauenerwerbstätigenquote im Blick haben, Familienarmut verhindern und eine Gleichstellung von Mann und Frau fördern sowie dem Nachwuchs beste Bildungschancen ermöglichen. Wie 19 europäische Staaten in diesen Bereichen abschneiden, hat das IW mittels eines Familienfreundlichkeitsindex unter die Lupe genommen.

Frauenerwerbstätigkeit im Vergleich

Immer mehr Frauen gehen in Deutschland einem Job nach. So erreichte beispielsweise die Erwerbstätigenquote von hochqualifizierten Frauen im Alter zwischen 25 und 64 Jahren im Jahr 2007 knapp 81 Prozent. Fünf Jahre zuvor waren es erst 78 Prozent. Auch mittel- und geringqualifizierte Frauen haben mittlerweile bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Von einer steigenden Frauenerwerbstätigkeit profitiert letztlich auch der Staat. Arbeitnehmerinnen, die z.B. über ihren Ehemann in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert waren, zahlen nun selbst in den Topf mit ein. Allerdings stagniert seit ein paar Jahren der Aufholprozess der weiblichen Beschäftigten beim Thema Lohnabstand. Frauen verdienen im Schnitt 23 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen.

Die Politik kann auf all diesen Gebieten viel tun: mit finanzieller Förderung wie Kindergeld und Steuererleichterungen, besseren Betreuungsangeboten für den Nachwuchs sowie mit Regelungen, die Eltern mehr Zeit mit den Kindern ermöglichen – zum Beispiel die Elternzeit.

Vor allem Dänemark, Norwegen und Frankreich punkten mit einer gut ausgebauten Betreuungs-Infrastruktur. Schwerer haben es dagegen Eltern in Griechenland, Polen und der Schweiz. 

Geld, Elternzeit und Krippenplätze

Wenn es um die finanzielle Unterstützung für Familien geht, ist die Bundesrepublik relativ spendabel, besonders in Sachen Steuervergünstigungen. Sie machten im Jahr 2005 etwa 0,9 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus – ein Spitzenwert in Europa. Auch das Kindergeld ist gemessen am mittleren Verdienst eines Arbeitnehmers überdurchschnittlich hoch.

Krippen, Kitas und andere Betreuungsangebote für Kinder sind in Deutschland heiß begehrt – aber es gibt nicht genug Plätze. So werden hierzulande gut 21 Prozent der unter Dreijährigen betreut – in Dänemark sind es über 70 Prozent.

Zwar gibt es mittlerweile eine attraktive Elternzeit, dank derer auch Väter einen Anreiz haben, mit ihrem Nachwuchs zusammen zu sein – doch generell gibt es mit dem Faktor „Zeit“ ein Problem. Die meisten Eltern haben davon zu wenig, vor allem dann, wenn sie neben Windelnwechseln auch noch an ihrer Karriere basteln.

Akademiker in Deutschland steigen nach der Regelstudienzeit erst mit 25 Jahren voll in den Job ein – in Spanien und England dagegen bereits mit Anfang 20. Trotz des Nachholbedarfs in einigen Bereichen kann Deutschland insgesamt eine positive Bilanz ziehen. Es hat sich innerhalb von fünf Jahren am zweitstärksten von den 19 untersuchten Ländern verbessert. (iw)

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