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Fernlernende sollten am besten über ein Studienzimmer verfügen.

Kein Luftschloss bauen

Fernstudium: Disziplin und gute Planung sind wichtig

Tolle Jobaussichten, Karrieresprung oder Erweiterung des Blickwinkels: Die Gründe für ein berufsbegleitendes Fernstudium sind vielfältig. Dabei müssen die Lernenden den Stoff von zu Hause aus bewältigen - für viele eine echte Herausforderung.

Planung, Disziplin, Zeitmanagement und Motivation

Der Weg zum erfolgreichen Abschluss führt vor allem über vernünftige Planung und jede Menge Disziplin. Ein berufsbegleitendes Fernstudium setze außerdem ein gutes Zeitmanagement und eine hohe Motivation voraus, erläutert Prof. Ada Pellert, Präsidentin der Deutschen Universität für Weiterbildung.

Hauptgrund für Abbruch: zeitliche Belastung

„Vor dem Beginn sollte man sich unbedingt darüber informieren, wie viel Zeit das Fernstudium in Anspruch nehmen wird“, rät Martin Kurz, Präsident des Fachverband Forum DistancE-Learning (FDL). Denn manche Teilnehmer unterschätzten im Vorfeld den Aufwand eines Fernstudiums. „Der Hauptgrund für den Abbruch ist vor allem in der zeitlichen Belastung zu finden“, berichtet Jens- Moges Holm der Euro-FH. Problematisch wird es, wenn sich die Lebensumstände ändern, etwa die Geburt eines Kindes oder eine Beförderung. Umso wichtiger ist Pellert zufolge die richtige Zeiteinteilung. Am Wochenende oder nach Feierabend zu lernen, sei anstrengend.

Verfügbare Zeit nicht überschätzen

„Gerade zu Beginn wird die zur Verfügung stehende Zeit oft über schätzt und jede vermeintlich freie Minute verplant“, erklärt Fachbuchautor Martin Jung. Berücksichtigt werden müssten in der Planung aber stets auch ungeplante Aufgaben wie Arztbesuche, Gespräche mit Freunden oder schlicht die fehlende Konzentrationsfähigkeit nach einem anstrengenden Arbeitstag. „Weniger ist anfangs mehr – sonst verzettelt man sich leicht“, gibt Astrid Berke-Schensar von der Fernuni Hagen zu bedenken.

Feste Lernzeiten setzen und feste Arbeitsplatz einrichten

Wer jedes Wochenende durchpauken will, wird Pellert zufolge irgendwann die Motivation verlieren. Hier gilt es, realistisch zu bleiben. „Keine Traumschlösser bauen. Ziele im Fernstudium sollten attraktiv und fordernd, aber auch erreichbar sein“, rät Berke-Schensar. Eine Grundregel für das Pensum könne lauten: Mit der Hälfte der Zeit planen, die neben dem Job übrig bleibt. „Die andere Hälfte ist dann für Familie und Freizeit reserviert“, erläutert Pellert. Kurz empfiehlt zudem, den Stoff im Rahmen eines Lernplans einzuteilen. „Dieser hilft, den Lernfortschritt zu kontrollieren und das Pensum anzupassen, falls man merkt, dass man hinterherhinkt.“ Sinnvoll ist es laut Pellert auch, sich feste Lernzeiten zu setzen. Zu Hause ist es Holm zufolge klug, sich einen festen Lern- oder Arbeitsplatz einzurichten. Das beste Mittel gegen Ablenkungen dort sind laut Jung feste Regeln: „Am besten die Studienzeiten werden wie andere Termine im Kalender notiert.“

Familie in Studienvorhaben einbinden

Daneben gelte es, stets auch das soziale Umfeld und die Familie in das Studienvorhaben einzubinden und mit ihnen die persönlichen Lernzeiten abzustimmen. „In diesen Zeiten ist man zwar zu Hause, aber nicht ansprechbar. Da kann man auch ganz klassisch mal ein Schild an die Tür hängen.“ Wer einmal hinterherhinkt, sollte sich nicht gleich verrückt machen, gerade zu Beginn. „Während des Fernstudiums gibt es immer wieder einmal Phasen, in denen man sich nicht so intensiv wie geplant um das Fernstudium kümmern kann“, so Jörg Schweigard vom Fernhochschulverbund AKAD. Das sei meist kein großes Problem, zumal man seinen eigenen Rhythmus beim Lernen bestimmen kann. 15 bis 20 Stunden wöchentlich sollte man Jung zufolge für einen akademischen Studiengang aufbringen. Bei den meisten Angeboten sei es aber möglich, auch langsamer zu studieren und kostenlos zu verlängern. „Damit verlängert sich zwar die Studiendauer, dafür wird die Belastung aber erträglicher.“

Kai Kürpick (dpa)

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