Häufige Streiks und die Germanwings-Tragödie schadeten dem Piloten-Ruf einer GfK-Umfrage zufolge wenig. Foto: Lukas Schulze/Archiv- und Symbolbild
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Häufige Streiks und die Germanwings-Tragödie schadeten dem Piloten-Ruf einer GfK-Umfrage zufolge wenig.

Piloten noch vorne mit dabei

Welchen Berufen wird am meisten vertraut?

Streiks und die Germanwings-Katastrophe: 2015 war ein hartes Jahr für den Luftverkehr. Eine aktuelle Umfrage zeigt, welchen Berufen die Verantwortung im Job Vertrauen einbringt - und welchen nicht.

Nürnberg - Die Germanwings-Katastrophe hat dem Ansehen der Piloten in Deutschland kaum geschadet. Die Berufsgruppe verliert im Vergleich zu 2014 zwar vier Prozentpunkte. Dennoch bleiben die Piloten in den Top Ten der vertrauenswürdigsten Berufe. Das ergab eine repräsentative Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Den Absturz der Germanwings-Maschine im März 2015 in den Alpen mit 150 Todesopfern hatte nach Überzeugung der Ermittler der Co-Pilot absichtlich ausgelöst. Diese Tragödie und häufige Streiks schadeten dem Piloten-Ruf der Umfrage zufolge wenig. "Piloten bewältigen eine sehr verantwortungsvolle und komplexe Arbeitsaufgabe", erklärt Frank Kleemann, Professor für Arbeitssoziologie. Für gutes Ansehen sorge, "wenn ich nach dem Start den Piloten höre, der mir sagt, dass wir gut abgehoben und es in Rio 27 Grad sind - da fühle ich mich wohl".

Feuerwehrleuten und Sanitätern wird nach wie vor vertraut

Feuerwehrleute und Sanitäter bekommen viel Vertrauen zugesprochen: Auf 96 Prozent kommen sie bei einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung.

Laut der Umfrage fördert es das Ansehen eines Berufs, wenn Menschen Verantwortung für die Gesundheit anderer übernehmen: Feuerwehrleute retten Leben, Häuser und auch mal die Katze aus dem Baum - dafür genießen sie großes Vertrauen. Auch andere Helfer und Retter wie Sanitäter, Krankenschwestern und Pfleger haben der Studie zufolge sehr vertrauenswürdige Berufe. Feuerwehrleute und Sanitäter kommen auf je 96, Krankenschwestern und Pfleger auf 95 Prozent Zuspruch. Die drei Berufsgruppen verteidigen damit ihre Spitzenplatzierungen aus der Befragung von 2014. Apotheker und Ärzte kommen diesmal auf 90 und 89 Prozent.

Dass Lebensretter so gut abschneiden, erklärt Soziologe Kleemann mit deren Arbeit für das Gemeinwohl: "Das sind Leute, die unangenehme, schwierige, aber notwendige Aufgaben für die Gesellschaft übernehmen." Vertrauen sei aber auch an das Einkommen und den Bildungsgrad gekoppelt - deswegen schnitten Müllmänner und Altenpfleger trotz ihrer wertvollen Aufgabe für die Gesellschaft nicht so gut ab.

Beim Lehrerberuf scheinen die Debatten über zu volle Klassen, zu wenig Zeit für den einzelnen Schüler und weitere Probleme an Schulen zu Buche zu schlagen: Das Vertrauen in sie sank laut der Erhebung um sechs Prozentpunkte auf 82 Prozent.

Banker und Bankangestellte können nach Jahren der Finanzkrise, in denen die Branche viel Kritik traf, wieder Vertrauen gewinnen: Sie legen um vier Prozentpunkte zu - auf 43 Prozent.

Trotz der Abgas-Affäre bei Volkswagen können Ingenieure und Techniker ihren guten Ruf sogar noch verbessern. Sie rücken mit 86 Prozent auf Rang 8 vor. Die beiden Befragungsrunden - eine vor und eine nach Bekanntwerden des Skandals - hätten so gut wie keine Veränderungen im Vertrauenswert aufgezeigt: "Der Abgasskandal einer Firma einer Branche kann dieses Vertrauen nicht erschüttern", kommentiert Raimund Wildner, Geschäftsführer des GfK-Vereins. Außerdem werde das Versagen eher dem Management als den Ingenieuren zugeschrieben, fügt Kleemann hinzu. Generell komme dem Ruf von Ingenieuren auch zugute, dass es von ihnen immer zu wenige gebe.

Am Ende der Skala stehen unverändert Politiker, denen nur 14 Prozent der Deutschen "voll und ganz" oder "überwiegend" vertrauen. Journalisten landeten auf dem viertletzten Platz. Im vergangen Jahr waren vor allem im rechtspopulistischen Pegida-Lager "Lügenpresse"-Vorwürfe laut geworden - Journalisten büßen im Vergleich zu 2014 aber lediglich einen Prozentpunkt auf 36 Prozent ein.

Minimal zulegen konnten Profifußballer (42 Prozent) und Schauspieler (48 Prozent), die damit aber weiter hintere Plätze belegen.

dpa

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