+
Jugendliche tun sich oft schwer, sich für einen Beruf zu entscheiden. Foto: Daniel Bockwoldt

Keine Lust auf Berufsorientierung: Drängeln bringt nichts

Mancher Teenager hat auf das Thema Berufsfindung gar keine Lust. Praktikum in den Sommerferien? Nö, keinen Bock! Und zugegeben: Bis zur Entscheidung ist es oft noch ein Schuljahr oder länger hin. Für Teenager eine immens lange Zeit. Was können Eltern tun?

Nürnberg (dpa/tmn) - "Weißt du schon, was für ein Praktikum du machen willst?" Diese Frage sorgt bei manchen Teenagern für schlechte Laune. Während Eltern das Thema Berufsfindung sehr am Herzen liegt, scheint der Sohn oder die Tochter die Tragweite der Entscheidung überhaupt nicht zu begreifen.

"Nun zu drängeln, bringt aber nichts", sagt Jürgen Wursthorn von der Bundesarbeitsagentur in Nürnberg. Das hat häufig nur zur Folge, dass Teenager sich weiter zurückziehen und Eltern noch weniger mitbekommen. Er hat drei Tipps:

- Wünsche zunutze machen: Häufig lässt sich das Thema Berufsorientierung mit den Wünschen der Jugendlichen verbinden. Möchte der Nachwuchs etwa einen Führerschein haben oder mit den Freunden in Urlaub fahren, könne man seine finanzielle Unterstützung davon abhängig machen, dass Sohn oder Tochter sich um ein Praktikum bemüht.

- Vorschläge präsentieren: Manchen Teenager überfordert die Zahl der Möglichkeiten. Hier hilft es, Vorschläge zu machen: Wäre ein Praktikum bei dieser Firma interessant? Willst du nicht mal einen Ferienjob in jener Branche ausprobieren? Dabei hilft es, von den Hobbys der Jugendlichen auszugehen. Spielt etwa jemand gerne Computer, können Eltern ein Praktikum bei einem Spieleentwickler vorschlagen - oder bei einer IT-Firma, wenn es kein Unternehmen aus der Spielebranche vor Ort gibt.

- Fragen stellen: Manchmal findet der Teenager aber alle mühsam von den Eltern ausgedachten Vorschläge blöd. Dann ist oft die Frage ganz gut: "Was machen denn die anderen aus deiner Klasse?" Irgendeiner macht fast immer etwas, was das eigene Kind gut findet. Dann können Eltern sich erkundigen, was der Nachwuchs daran interessant findet. Und davon ausgehend kann man gemeinsam weiter überlegen.

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Startschuss für Augsburger Medizinfakultät

Horst Seehofer bezeichnet sie als "Jahrhundertprojekt": die neue medizinische Fakultät an der Universität Augsburg. Nun wurde sie offiziell gegründet. Doch bist die …
Startschuss für Augsburger Medizinfakultät

So gelingt Frauen der Wiedereinstieg nach der Babypause

Hurra, endlich schwanger! Doch in die Freude mischt sich schnell Sorge: Was heißt das für meine Karriere? Werde ich meinen Job weitermachen können, wenn ich aus der …
So gelingt Frauen der Wiedereinstieg nach der Babypause

Jeder zweite Jugendliche sieht keine gleiche Bildungschance

Es ist ein häufig diskutiertes Thema: Haben alle Menschen die gleichen Bildungschancen in Deutschland unabhängig von sozialer und kultureller Herkunft? Die Meinung …
Jeder zweite Jugendliche sieht keine gleiche Bildungschance

Rechtsreferenten sind die bestbezahlten Spezialisten

Das Gehalt steigt, je spezialisierter eine Fachkraft ist. Auch auf den Abschluss kommt es bei der Zahl auf dem Lohnschein an.
Rechtsreferenten sind die bestbezahlten Spezialisten

Kommentare