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Förderung der Chancengleichheit hinkt

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) kam in einer Befragung zu einem ernüchternden Ergebnis: Wer auf freiwillige Initiativen zur Förderung der Chancengleichheit der Geschlechter in Unternehmen hofft wird enttäuscht.

Der Anteil der Betriebe, die freiwillige Initiativen, betriebliche oder tarifliche Vereinbarungen zur Verbesserung der Chancengleichheit von Männern und Frauen aufweisen, hat sich seit Beginn des Jahrzehnts kaum verändert. Das zeigt eine Befragung von rund 16.000 Betrieben durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Nur in jedem zehnten Betrieb mit mindestens zehn Beschäftigten galten im Jahr 2008 betriebliche oder tarifliche Vereinbarungen zur Förderung der Chancengleichheit.

Fünf Prozent der Betriebe gaben an, betriebliche Vereinbarungen abgeschlossen zu haben. Sechs Prozent werden durch tarifliche Vereinbarungen erfasst. Freiwillige Initiativen haben lediglich vier Prozent der Betriebe ergriffen. 87 Prozent der Betriebe mit mehr als zehn Beschäftigten weisen keine Vereinbarung oder Initiative auf. Da es vor allem große Betriebe sind, die Vereinbarungen abschließen, arbeitet jeder fünfte Beschäftigte in einem Betrieb, der im Bereich Gleichstellung aktiv ist. Damit haben sich die Zahlen im Vergleich zu einer entsprechenden IAB-Betriebsbefragung im Jahr 2002 nahezu nicht verändert.

Zuwachs bei einzelnen Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit

Betriebe der Privatwirtschaft haben seltener als der öffentliche Dienst Vereinbarungen oder Initiativen zur Chancengleichheit von Männern und Frauen. Die IAB-Studie hat hier genauer hingesehen und auch für einzelne Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit Daten ausgewiesen. Vergleichbare Daten liegen zudem für das Jahr 2004 vor.

Im Jahr 2008 nannten die privatwirtschaftlichen Betriebe diese Maßnahmen nun zum Teil häufiger als 2004, wenn auch nach wie vor auf insgesamt noch immer nicht hohem Niveau. Im Jahr 2004 gaben nur zwei Prozent der privatwirtschaftlichen Betriebe an, betriebliche Kinderbetreuungsangebote, Hausaufgabenbetreuung im Betrieb, finanzielle Hilfe oder andere Formen der Kinderbetreuung anzubieten. Im Jahr 2008 waren es sechs Prozent. Der Anteil der Betriebe, der Angebote an Beschäftige in Elternzeit macht, erhöhte sich von 11 auf 21 Prozent. Demgegenüber gab es kaum Veränderungen bei der gezielten Karriereförderung von Frauen. Auch im Jahr 2008 boten nur rund fünf Prozent der Betriebe Mentoringprogramme, gezielte Karriereplanung oder ähnliches an. „Auch wenn Fortschritte bei einzelnen Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf festzustellen sind, ist die Bilanz insgesamt eher ernüchternd“, schreiben die IAB-Forscherinnen Susanne Kohaut und Iris Möller.

Die IAB-Studie steht im Internet unter: http://doku.iab.de/kurzber/2009/kb2609.pdf (nh)

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