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Erst konzentrieren – dann bewegen

Eine begonnene Aufgabe auch zu Ende zu führen, fällt gerade Grundschülern häufig schwer. Eltern können ihren Nachwuchs jedoch tatkräftig unterstützen, damit Kindern das Durchhalten leichter fällt. Besonders wichtig ist es, die natürliche kindliche Neugier zu unterstützen.

Nadja (5) ist aufgeregt. Um 11 Uhr soll sie mit Mama in der Schule sein. Sie wird ihre Lehrerin kennen lernen, vielleicht auch schon einige Mitschüler, mit denen sie nach den Sommerferien 2006 in die erste Klasse der Grundschule gehen wird. Doch ist Nadja wirklich schon „reif“ für die Einschulung?

 Die Anforderungen, die Grundschulen an potentielle Erstklässler stellen, sind nicht ohne. Soziales Verhalten, sprachliche und motorische Fähigkeiten sind ebenso wichtig wie Konzentrationsfähigkeit und das „berühmt berüchtigte“ Stillsitzen. Nadjas Sozialverhalten ist bestens. Motorische Aufgaben wie Formen, Buchstaben und Zahlen nachmalen, einfache Dinge basteln, mit Schere und Klebstoff umgehen sind für sie kein Problem. Auch sprachlich ist die Kleine nicht auf den Mund gefallen. Sie spricht fehlerfrei und kann selbst kleinere Geschichten korrekt nacherzählen. Doch mit dem Stillsitzen – Anforderung der Grundschule ist eine Stunde lang – und längeren Konzentrationsphasen hat die angehende Erstklässlerin manchmal noch ein kleines Problem. Und damit ist sie nicht allein. Experten gehen davon aus, dass rund 30 Prozent aller Schulkinder Konzentrationsprobleme haben.

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Langjähriger Prozess

Die Fähigkeit, sich auf eine bestimmte Sache konzentrieren zu können, baut sich nicht von heute auf morgen auf. „Kinder erlernen Konzentration in einem langjährigen Prozess: beim Spielen, im Kindergarten und später in der Schule“, weiß Birgit Hock. Die ausgebildete Lehrerin ist Mutter von drei Kindern und Autorin von „So fällt’s leichter! Konzentrationsübungen“ (ISBN 3-12-920247-1). Sie rät Eltern: „Unterstützen Sie die natürliche Neugier ihres Kindes. Ermuntern sie es, immer wieder Fragen zu stellen und Neues auszuprobieren. Denn Kinder erweitern nicht nur ihr Wissen, sondern lernen sich zu konzentrieren, indem sie sich völlig in eine Aufgabe vertiefen.“ Kinder im Vorschulalter können sich im Durchschnitt etwa zehn Minuten intensiv auf eine Tätigkeit konzentrieren, bevor sie eine Pause benötigen. „Während eine erste und zweite Pause nur wenige Minuten dauern sollte, muss auf die dritte Phase intensiver Beschäftigung mit einer Sache unbedingt eine längere Pause erfolgen: etwa 20 bis 30 Minuten“, rät Birgit Hock und ergänzt: „Insbesondere jede Form von Bewegung wie Treppen laufen, springen, hüpfen und Entspannungstechniken wie Yoga schaffen einen guten Ausgleich und tragen viel dazu bei, dass auch die anschließende Konzentrationsphase wieder erfolgreich läuft.“

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Zudem sollten Eltern ihr Kind immer wieder auffordern, eine Tätigkeit oder ein Spiel zu Ende zu führen und so sein Durchhaltevermögen fördern. „Ermutigen Sie es, bei auftauchenden Problemen selbstständig nach Lösungen zu suchen, denn ohne eine gewisse Beharrlichkeit lassen sich viele Ziele nicht erreichen“, rät die Expertin und ergänzt: „Kinder, die nie etwas leisten müssen, vermissen oft einen Grund dafür, auf sich selbst stolz zu sein – und sind gerade deshalb häufig unmotiviert.“

Eindeutige Handlungsanweisungen

Ob Gesellschaftsspiele oder gemeinsames Kochen, erste Merkspiele oder Hausaufgaben: Eltern sollten ihrem Kind eindeutige Handlungsanleitungen geben, damit es genau weiß, was von ihm erwartet wird. Ablenkungen – etwa in Form eines laufenden Fernsehgerätes oder auch durch spielende Geschwister – sollten Eltern tunlichst vermeiden. „Ganz wichtig: Loben Sie ihr Kind!“, fordert die Autorin: „Machen Sie nicht nur ihm, sondern auch sich selbst immer wieder klar, wie viel es eigentlich schon kann. Denn wenn Sie Ihrem Kind eine positive Grundhaltung vermitteln können, fallen ihm auch das Lernen und das Konzentrieren leicht!“ (np)

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