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Drei Monate Urlaub

240.000 Euro Jahresgehalt! Warum diesen Job keiner haben will

Eine Arbeitgeber sucht verzweifelt einen Mitarbeiter und bietet einen Arbeitsvertrag, zu Traumkonditionen: Umgerechnet 240.000 Euro Jahresgehalt und drei Monate Urlaub. Doch der Job hat einen Haken.

Das beschauliche Tokoroa liegt im Landesinneren von Neuseelands Nordinsel, zweieinhalb Autostunden vom Ballungsraum Auckland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern entfernt. in der 13.000-Einwohner-Gemeinde liegt die Gemeinschaftspraxis von Dr. Alan Kenny. Der Allgemeinarzt sucht seit zwei Jahren vergeblich nach einem Assistenten. Doch bislang gab es keinen einzigen Interessenten für die Stelle, die auf den ersten Blick wie ein Traumjob wirkt.

Gehalt zweimal so hoch wie üblich – bei nur vier Arbeitstagen die Woche

Daran ändert es nichts, dass das Gehalt, das den Bewerbern winkt, mehr als das Doppelte von dem ist, was ein neuseeländischer Allgemeinarzt normalerweise verdient, und das bei nur vier Arbeitstagen in der Woche. Von Nachtschichten und Wochenendarbeit blieben potentielle Kandidaten ebenfalls verschont.

Alan Kenny glaubt, dass viele Bewerber die Vorstellung abschrecke, als Allgemeinarzt auf dem Land in eine berufliche Sackgasse zu geraten, sagte er dem New Zealand Herald. Dazu komme, dass die Arbeitslast enorm sei. Derzeit arbeitet Kenny jeden Tag von 8.30 Uhr bis 18 Uhr, ohne jede Pause. 

Darum bräuchte der 61-Jährige dringend Unterstützung. Der enorme Erfolg seiner Praxis ist Fluch und Segen zugleich: „Meine Praxis platzt seit dem letzten Jahr aus allen Nähten, und je mehr Patienten man hat, desto mehr Geld verdient man. Am Ende wird die Arbeit aber einfach zu viel. Nur weil ich einen Haufen verdiene, heißt das nicht, dass ich mich fix und fertig schuften will.“

Bewerber hätten sogar Aussicht auf die Praxisnachfolge

An manchen Tagen kümmere Kenny sich um mehr als 40 Patienten, die Empfehlung des Ärzteverbandes liegt bei 25. Deshalb sucht er nach einem Assistenten, der zugleich seine Vertretung und möglicherweise sogar sein Nachfolger werden soll. Viel Erfolg verspricht sich der Arzt, der bereits seit 30 Jahren in dem Ort praktiziert, aber nicht: „Ich liebe meine Arbeit und ich würde gerne bleiben, aber beim Versuch, den Job anderen Ärzten schmackhaft zu machen, laufe ich gegen eine Wand. Letztes Jahr habe ich einen Urlaub storniert, weil ich keinen Vertreter finden konnte. Und dieses Jahr muss ich wahrscheinlich einen Urlaub stornieren. Das ist einfach hart für mich. Wenn es schon so schwierig ist. Ärzte zu finden, die mit mir zusammenarbeiten, dann wird es ein Höllenjob, einen Nachfolger aufzutreiben.“

Ärztemangel auf dem Land – auch in Deutschland ein Problem

In Neuseeland herrscht akuter Ärztemangel, erklärt eine Sprecherin des Neuseeländischen Allgemeinärzteverbands. Die meisten Stellen würden inzwischen von Ärzten aus dem englischsprachigen Ausland gefüllt. Für Praxen auf dem Land sei es da noch etwas schwieriger, freie Stellen nachzubesetzen. Ein Problem, dass sich auch in Deutschland stellt.

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