+
Mancher Mitarbeiter ist unsicher, was der Arbeitgeber beim Thema Datenschutz von ihm erwartet. Hier hilft ein Blick in die Sicherheitsanweisungen und im Zweifel eine Nachfrage beim Chef.

Sicherheit im Netz

Passwort nicht geändert: Was Arbeitnehmern drohen kann

Cyberkriminalität ist für Firmen zunehmend ein Problem. Nicht selten sind es Nachlässigkeiten der Mitarbeiter, die Kriminellen etwa Zugang zum Firmennetzwerk gewähren. Dann können Arbeitnehmer zur Verantwortung gezogen werden.

Hackerattacken auf Firmen sind keine Seltenheit. Arbeitnehmer sollen Daten schützen, indem sie ihre Passwörter regelmäßig ändern. Tun sie es nicht, haben es Datendiebe leicht. Ist der Schaden da, stellt sich die Frage, welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen das hat.

Haben Mitarbeiter ihr Passwort nicht regelmäßig gewechselt, es ist zu einfach zu knacken, oder sie haben sich in der Mittagspause vom Computer nicht abgemeldet, können sich Datendieben Zugang verschaffen. Ist der Schaden da, stellt sich die Frage, welche arbeitsrechtlichen Konsequenzen das für Mitarbeiter hat. Das hängt vor allem von den internen Sicherheitsanweisungen ab.

Im Grundsatz können Beschäftigte sich entspannen. "Arbeitnehmer müssen in der Regel nicht davon ausgehen, dass sie Maßnahmen gegen Kriminalität treffen müssen", sagt Hans-Georg Meier. Er ist Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Zum Beispiel das Passwort regelmäßig zu wechseln, sei alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Hat der Arbeitgeber sich zu diesem Thema allerdings bisher nie geäußert, drohen Arbeitnehmern selbst im Falle eines Schadens keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen.

Etwas anderes ist es, wenn der Arbeitgeber in Sicherheitsvorschriften festgelegt hat, dass Mitarbeiter zum Beispiel regelmäßig ihre Passwörter wechseln müssen. In dem Fall kann Beschäftigten eine Abmahnung drohen, wenn sie diese missachtet haben. Das geht aber auch nur dann, wenn der Arbeitgeber davon ausgehen konnte, dass Angestellte von den Vorschriften wissen. Das ist etwa der Fall, wenn er auf diese ausreichend aufmerksam gemacht und Mitarbeiter darin geschult hat. Nicht ausreichend sei, in einem Sicherheitshandbuch von mehreren hundert Seiten einen Absatz zur Passwortsicherheit zu schreiben und das Thema nie wieder zu erwähnen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Was Achtsamkeit für den Beruf bringt

Noch eine Aufgabe mehr und noch eine: So mancher Berufstätige fühlt sich im Dauerstress. Wer auf der Suche nach Strategien zur Stressprävention ist, stößt fast …
Was Achtsamkeit für den Beruf bringt

Erfolgreich zum Medizinstudienplatz

Wer nach dem Abi in Deutschland Medizin studieren will, braucht sehr gute Noten. Zuletzt lag der Numerus clausus zwischen 1,0 und 1,1. Wer strategisch denkt und …
Erfolgreich zum Medizinstudienplatz

Beleidigung des Chefs mit Emoticons rechtfertigt Abmahnung

Arbeitnehmer sollten es sich zweimal überlegen, bevor sie in einem sozialen Netzwerk ihren Chef mit Hilfe von Emoticons beleidigen. Denn wenn es herauskommt, kann ein …
Beleidigung des Chefs mit Emoticons rechtfertigt Abmahnung

Betriebe sollten von "Generation Z" lernen

Der Stress am Arbeitsplatz wird immer größer und macht selbst der eigentlich fitten Jugend zu schaffen. Doch die "Generation Z" macht da nicht mehr mit - und reagiert …
Betriebe sollten von "Generation Z" lernen

Kommentare