Der gute alte Stress - er beeinflusst auch die Wahl des Mittagessens. Ungesundes kann so schnell als gesund eingestuft werden. Das hat eine Studie der Universität Zürich herausgefunden. Foto: Marc Tirl
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Der gute alte Stress - er beeinflusst auch die Wahl des Mittagessens. Ungesundes kann so schnell als gesund eingestuft werden. Das hat eine Studie der Universität Zürich herausgefunden.

Ernährung am Arbeitsplatz

Schon moderater Stress kann zu Frustessen führen

Stress wirkt sich im Gehirn verschiedenen aus: Einerseits kann er die Selbstkontrolle mindern. Andererseits kann er dazu führen, dass man ungesunde Speisen für gesund hält.

Wer unter Stress steht, hat eher Probleme, sich selbst zu kontrollieren, als jene, die ganz entspannt sind. Das legt eine Studie der Universität Zürich nahe. Der Stresspegel wirkt sich auch auf die Wahl des Essens aus.

Konkret kann das etwa bedeuten, dass Berufstätige, die morgens unter Druck standen, weil sie mit einem aufgebrachten Kunden zu tun hatten, mittags eher ungesund essen als jene, die einen entspannten Vormittag hatten, gibt Silvia Maier ein Beispiel. Sie hat die Studie der Universität Zürich geleitet.

Die Forscher hatten ein Labor-Experiment gemacht. Eine Gruppe mit 29 Probanden setzten sie moderatem Stress aus, in dem die Teilnehmer eine Hand drei Minuten lang in Eiswasser tauchen mussten. Dabei wurden sie beobachtet, um zusätzlich Stress auszulösen. Zuvor mussten sie 180 verschiedene Speisen danach beurteilen, für wie schmackhaft und gesund sie diese halten.

Das gleiche Prozedere durchlief eine Kontrollgruppe, deren Hand nicht in Eiswasser getaucht wurde. Alle hatten zuvor angegeben, dass sie einen gesunden Lebensstil führen. Es zeigte sich, dass die Personen mit Eisbadbehandlung mit größerer Wahrscheinlichkeit eine ungesunde Speise auswählten als die anderen.

Dabei wurden zusätzlich Aufnahmen des Gehirns gemacht. Sie zeigen, dass Stress sich im Gehirn über mehrere Wege auswirkt, erklärt Maier. Zum einen werden Signale verstärkt, die den Geschmack in den Vordergrund stellen. Zusätzlich werden Signale abgeschwächt, die den Gesundheitswert der Speisen übertragen.

dpa/tmn

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