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Viele junge Menschen haben nach dem Schulabschluss keine Lust mehr zu lernen.

Schule fertig und was jetzt? Planung ist wichtig

München - Wer das Abi in der Tasche hat, denkt oft: "Nie wieder lernen!" Weit gefehlt, denn selbst wer sich gegen ein Studium entscheidet, muss in der Ausbildung mit anderen Belastungen zurechtkommen.

Schule kann ganz schön nerven. Da sind zehn Jahre pauken verdammt lang. Umso schöner, wenn der Abschluss naht. Dann ist erstmal Schluss mit dem Lernen. Falsch gedacht! Eltern, Freunde und Bekannte drängen zur weiteren Schullaufbahn, damit man sich alle Türen offenhält. Doch soll man sich dazu zwingen, wenn das Lernen nur noch eine Qual ist? Schließlich kann auch die Ausbildung in einem Unternehmen ihre Vorteile haben.

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Wie klingt das verlockend: Nicht mehr büffeln, keine blödenLehrer mehr und endlich sein eigener Herr sein. Doch ganz so einfach gestaltet sich eine Ausbildung nicht. „Viele vergessen, dass eine Ausbildung auch eine hohe körperliche und zeitliche Belastung darstellt“, gibt Ausbildungscoach Heiko Knapp zu bedenken. „Wer mit einer Null-Bock-Einstellung von der Schule abgeht, hat auch im Ausbildungsbetrieb schlechte Karten“, warnt Knapp. Trotzdem ist die finanzielle Unabhängigkeit für viele Jugendliche das ausschlaggebende Argument für eine Berufsausbildung.

„Wer die Kapazitäten mitbringt, sollte zumindest sehr stark darüber nachdenken, die Schule weiterzumachen“, rät Diplom-Pädagogin Azbiye Kokol Die Berufschancen seien danach einfach vielfältiger. Doch auch ein Schulabgang muss nicht endgültig sein. „Es gehen zwar nur wenige wieder zurück, aber es ist möglich.“ Um die wichtige Entscheidung richtig treffen zu können, müssen Schüler schon früh in die Zukunft blicken, empfiehlt Johannes Becker, Leiter der Jugendwerkstätten der Jugendhilfe in Köln.

Rangliste: Welchen Berufen wir vertrauen

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„In der zehnten Klasse ist es fast schon zu spät, sich Gedanken zu machen. Wer eine Ausbildung anfangen möchte, muss ja schon in der neunten Klasse Bewerbungen schreiben.“ Die Entscheidung solle man nicht nur mit sich selbst auszumachen: „Eltern, Freunde oder ein Lehrer des Vertrauens können eine gute Hilfe sein.“ Außerdem gibt es professionelle bei der Berufsberatung der Arbeitsagentur. „Doch auch an den Schulen gibt es Sozialarbeiter, die verschiedene Beratungen anbieten. Oft binden Lehrer dies schon in den Stundenplan ein“, berichtet Becker.

In Jugendzentren oder Vereinen gibt es ebenfalls kostenlose Beratungen. Der Schulbesuch ermöglicht Qualifikationen, die viele Berufe erst in Reichweite bringen. Letztendlich muss jeder Schüler die Wahl zwischen Schule und früher Berufslaufbahn selbst treffen.

Wer eine Ausbildung anstrebt, sollte den Wunschberuf jedoch genau abchecken. Welche Aussichten hat er in der Zukunft? Sind das wirklich meine Interessen? Habe ich dafür die Zugangsvoraussetzungen?

Sich die Informationen für einen guten Start nach der zehnten Klasse zu beschaffen, ist vielleicht nicht schwer. Sich bei der Vielfalt an Angeboten zu entscheiden, dagegen oft sehr. Unüberlegte Schnellschüsse können zu bitteren Enttäuschungen führen. Eine gute Beratung sollte daher immer dazugehören. Ob man am Ende abgeht oder weiter die Schulbank drückt, ist nicht so entscheidend – Hauptsache die Wahl macht glücklich. Dann stimmt auch die Motivation.

Franziska Fiedler

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