+
Der Weg ins Lehrerzimmer kann für Absolventen interessant sein. In einer Hospitanz können sie testen, ob sie für den Beruf geeignet sind. Foto: Daniel Karmann

So klappt der Quereinstieg als Lehrer

Hannover (dpa/tmn) - Wer in der Schule unterrichten will, muss Lehramt studiert haben? Nicht unbedingt! In einigen Schulfächern ist der Bedarf an Fachkräften so groß, dass auch Quereinsteiger eine Chance haben.

Mathe, Naturwissenschaften und Informatik: In diesen Fächern herrscht vielerorts ein Lehrermangel. Quereinsteiger sind deshalb in vielen Bundesländern gesucht, sagte Ilka Hoffmann anlässlich der Bildungsmesse Didacta in Hannover (24. bis 28. Februar). Sie ist Leiterin des Vorstands Schule in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Doch die Entscheidung, Lehrer zu werden, sollte nicht aus der Not heraus fallen - etwa, weil Absolventen keinen Job finden. Dafür sei der Beruf zu fordernd. Wer sich ernsthaft dafür interessiert, macht am besten vorab eine Hospitanz in der Schule. So merken Quereinsteiger am ehesten, ob ihnen die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt.

Die Zulassungsvoraussetzungen zum Lehrerberuf ohne Lehramtsabschluss sind je nach Bundesland sehr unterschiedlich. Es braucht auf jeden Fall einen Hochschulabschluss, erläuterte Hoffmann. Wer bereits Berufserfahrung hat, muss in manchen Fällen aber nicht einmal zwingend ein Referendariat machen. Einen guten Überblick bietet die Internetseite lehrer-werden.de. Wollen Hochschulabsolventen oder Berufstätige auf Lehrer umsatteln, sollten sie mindestens ein Jahr Zeit für die Vorbereitung einplanen, sagte Hoffmann. Schon die Formalien zu klären, beanspruche Zeit.

Wer gut vorbereitet den Start in den Beruf wagt, hat jedoch gute Chancen: "Wenn die Motivation stimmt, gehen die Quereinsteiger ihren Weg und kommen klar", erzählte Hoffmann, die selbst viele Jahre an einer Gemeinschaftsschule unterrichtet hat und mit einigen Quereinsteigern zusammengearbeitet hat.

In den kommenden Jahren ist in mehreren Fächern ein Lehrermangel zu erwarten, so der Bildungsökonom Prof. Ludger Wößmann. Er ist Leiter des ifo Zentrums für Bildungsökonomik in München. Es steht eine Pensionierungswelle bevor. Viele der derzeit tätigen Lehrer seien 50 Jahre und älter. Gleichzeitig wird allerdings die Schüleranzahl aufgrund des demografischen Wandels zurückgehen, und es werden weniger Lehrkräfte gebraucht. Ein flächendeckender Lehrermangel über alle Fächer und Bundesländer hinweg sei daher eher nicht zu erwarten. Er empfiehlt deshalb, sich vorab genau zu informieren, wie die Lage im jeweiligen Fach und Bundesland ist. 

Didacta 2015

Infos zum Quereinstieg als Lehrer

lehrer-werden.de

Mehr zum Thema

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gute Aussichten: Jobs im Gesundheitsbereich

Wer beruflich im Bereich Gesundheit Fuß fassen will, hat zur Zeit gute Chancen. Besonders in der Pflegebranche besteht ein erhöhter Bedarf an Fachkräften. Aber auch bei …
Gute Aussichten: Jobs im Gesundheitsbereich

Projekt "Assistierte Ausbildung": Hilfe für Lehrlinge und Azubis

Ärger mit dem Meister, Probleme in der Berufsschule – für manche Lehrlinge ist die Ausbildung bereits beendet, noch bevor sie richtig begonnen hat. Sich trotzdem …
Projekt "Assistierte Ausbildung": Hilfe für Lehrlinge und Azubis

Schulleiter erteilt Helikopter-Eltern eine Abfuhr

Little Rock - Wer kennt sie nicht, die überfürsorglichen und stets präsenten Erziehungsberechtigten - auch Helikopter-Eltern genannt. Einem Schulleiter in den USA gingen …
Schulleiter erteilt Helikopter-Eltern eine Abfuhr

Nichts als die Wahrheit: Was tun bei heiklen Fragen im Job?

In Verhandlungen ist die ehrliche Antwort auf eine Frage nicht immer von Vorteil. Doch wie reagieren Berufstätige auf die Neugier des anderen, ohne sich ins eigene …
Nichts als die Wahrheit: Was tun bei heiklen Fragen im Job?

Kommentare