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Wälzen Kollegen Arbeit ab, sollten Beschäftige auch mal "nein" sagen.

Tipps vom Experten

Stress im Job? So bleiben Sie gelassen

Bielefeld - Stressige Situationen im Job rauben manchem den letzten Nerv. Doch wie bleibt man auch in solchen Phasen gelassen und entspannt? Experten geben Tipps:

Am Bildschirm trifft eine E-Mail nach der anderen ein, am Nachmittag stehen mehrere Meetings an, und Überstunden sind unvermeidbar: Stressige Situationen im Joballtag kennt jeder. Gelassen damit umzugehen, ist eine Herausforderung. Das sind fünf typische Stressauslöser und Tipps, wie Beschäftigte damit am besten umgehen:

Die Kollegen wollen Arbeit abwälzen

Die Arbeit türmt sich, bald steht eine wichtige Präsentation an, und nun will einem der Kollege eine Aufgabe zuschanzen, für die man nicht zuständig ist. „Das Stressauslösende ist hier die Ungerechtigkeit und der Ärger über den Mehraufwand“, erklärt Prof. Hagemann aus Bielefeld. Am besten ist dann, einfach „nein“ zu sagen, rät Psychotherapeut Werner Gross. „Nimmt man die Aufgabe an, ist es besser, sich nicht mehr darüber zu ärgern, sondern mit einer positiven Einstellung an die zusätzliche Arbeit heranzugehen“, empfiehlt Hagemann. Gleichzeitig sollten Beschäftigte mit ihrem Chef darüber verhandeln, wie ein Ausgleich für den Aufwand aussehen könnte.

Ein Meetingmarathon steht an

Steht ein Tag voller Meetings an, ist es entscheidend, sich innerlich auf diesen Marathon einzustellen. Zunächst sollten Beschäftigte herausfinden, was sie an den Meetings stresst, hält Karriereberaterin Ute Bölke für richtig. „Staut sich in der Zeit die eigentliche Arbeit an, so dass ich sie an anderer Stelle wieder abarbeiten muss? Oder ist es die Sinnlosigkeit meiner Anwesenheit in dem Meeting?“ Dann sollten sie nach Lösungen suchen. Möglicherweise ist ein anderer Kollege besser geeignet, bei der Besprechung mitzumachen. Häufig ist die Teilnahme jedoch unvermeidbar. Dann versuchen Berufstätige am besten, sich die Zeit interessant zu gestalten. Das kann etwa ein eigener Beitrag zur Diskussion sein. Andere nutzen es zum Netzwerken mit Kollegen. Gut sind außerdem Techniken wie progressive Muskelentspannung. Eine einfache Übung ist, immer wieder kurz die Hände oder Füße anzuspannen. Das verhindert, zu ermüden und hilft, Stress abzubauen. „Das bekommen die anderen gar nicht mit“, sagt er.

Eine neue Aufgabe überfordert Mitarbeiter

Fühlt man sich mit einer neuen komplexen Aufgabe überfordert, ist es zunächst sinnvoll, zu klären, ob Unterstützung verfügbar ist, meint Hagemann. Manchmal könne es schon helfen, ein Thema mit einem erfahrenen Kollegen durchzusprechen. Sei keine Hilfe verfügbar, sollten Arbeitnehmer die Herausforderung in kleine Zwischenziele aufteilen, erklärt Psychotherapeut Gross. Für manche Kollegen sei es einfacher, mit der schwierigsten Teilaufgabe zu beginnen und diese schon einmal hinter sich zu haben. Andere fangen mit dem leichtesten Teil an, um Fuß zu fassen. „Auf jeden Fall Schritt für Schritt vorgehen und die Aufgabe als machbar wahrnehmen“, empfiehlt Gross.

Überstunden sind absehbar

Wenn die Abteilung ein Projekt angenommen hat, für das sie eigentlich unterbesetzt ist, sind Überstunden für die nächsten Wochen vorprogrammiert. „Ratsam ist es, eine annehmende Haltung einzunehmen und zu akzeptieren, dass der kommende Zeitraum anstrengend wird“, erklärt Bölke. Außerdem sollten sich Arbeitnehmer etwas Positives für die Zeit nach dem Projekt in Aussicht stellen. Das kann ein Ausflug mit der Familie sein oder ein kleiner Urlaub. „Das ist eine Art Licht am Ende des Tunnels“, so Bölke. Sie warnt allerdings davor, in der stressigen Zeit noch viele private Verpflichtungen anzunehmen. „Diese sollte man lieber zurückfahren und das auch offen gegenüber Freunden und der Familie kommunizieren.“ Sonst ist man auch in der Freizeit unter Termindruck.

Das E-Mail-Postfach quillt über

Um mit der Flut an E-Mails umzugehen, müssen Mitarbeiter Prioritäten setzen. Berufstätige sollten E-Mails in Kategorien einteilen, rät Gross. Priorität A sei wichtig und dringend und müsse daher sofort erledigt werden. Priorität B sei wichtig, aber nicht dringend und könne auch ein paar Stunden später noch beantwortet werden. Priorität C sei dringend, aber nicht wichtig. Hier müssen Beschäftigte entscheiden, ob sie auf die Nachricht reagieren wollen oder sie einfach ignorieren. Zur besseren Übersicht können sie die E-Mails im Postfach mit verschiedenen Farben markieren. Außerdem sollten Mitarbeiter in einer ruhigen Minute überlegen, von welchen Verteilern und Newslettern sie sich abmelden können. „Ich muss nicht immer über alles im Bilde sein.“

MARIA FIEDLER

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